Sarah Masuch im Lindenstraße-Interview mit Marcel Schenk

- Werbung -
Sarah Masuch spielt „Dr. Iris Brooks“
© WDR/Steven Mahner

Sie ist sympathisch, sie ist menschlich, und sie ist manchmal etwas tollpatschig – was sie wiederum nur noch sympathischer macht: Sarah Masuch spielt „Dr. Iris Brooks“.

Marcel: Hallo Sarah und danke, dass du dir die Zeit nimmst.

Sarah: Hallo Marcel, danke, dass ich hier sein darf.

Marcel: Du bist in Hamburg geboren, deine Schauspielausbildung hattest du in München, lebst jetzt aber wieder in Hamburg. Was zieht dich als nächstes nach München, um diese Nord-Süd Reihenfolge wieder einzuhalten?

Sarah: Gute Frage, vielleicht das nächste Filmfest, das ist in München immer sehr schön.

Marcel: Wenn man dich hier in der Produktion „Lindenstraße“ in Köln-Bocklemünd durch die Gänge laufen sieht, hast du meist ein Lächeln im Gesicht. Du wirkst auf mich immer gut gelaunt, das war im vergangenen Jahr mit Sicherheit nicht so, als die große Nachricht kam: Wir hören auf. Wir müssen aufhören, die „Lindenstraße“ wird eingestellt. Wir fühlt es sich jetzt, nachdem der erste Schock verarbeitet wurde, für dich an, diese Serie in der finalen Phase zu Grabe tragen zu müssen?

Sarah: Es ist eine Auszeichnung für mich, am Ende dieser langjährigen Serie, dabei sein zu dürfen. Bei der Produktion findet inzwischen wieder „business as usual“ statt. Das ist einfach so, wenn man kreativ arbeitet, seine Szenen hat – dann ist da kein Platz für privates Traurigsein. Vielleicht nimmt man aber alles nochmal anders, nochmal bewusster wahr und weiß es besonders zu schätzen, weil man im Hinterkopf immer präsent hat: Es ist das letzte Mal. Wir hatten vor einiger Zeit unser letztes Staffel-Abschlussfest im Sommer, es gibt letzte Szenen mit bestimmten Regisseuren, alles hat nach und nach sein letztes Mal. Man genießt das Zusammensein bewusster.


 

Lindenstraße - Sarah Masuch mit Ron Williams
Ron Williams spielt „William Brooks“. Hier zusammen mit seiner Serientochter „Dr. Iris Brooks“ (Sarah Masuch).
© WDR/Steven Mahner

Marcel: Deutsche Fernsehzuschauer lieben Arztserien, sei es „Die Schwarzwaldklinik“, „Dr. House“, „Praxis Bülowbogen“, „In aller Freundschaft“, „Emergency Room“ oder auch die Soap „General Hospital“. Welchem Fernseharzt würdest du dein Vertrauen schenken, wenn es ihn real gäbe?

Sarah: (lacht) Na, mir natürlich, also „Dr. Brooks“. Ich gucke privat nicht viele Arztserien, habe mich aber in Vorbereitung auf meine Rolle mit vielen echten Medizinern und Ärzten unterhalten. Mich interessiert mehr, wie das „Arzt sein“ in der Realität abläuft.

Marcel: Schauspieler, die Fernsehärzte verkörperten, wie Klausjürgen Wussow alias „Professor Brinkmann“ aus der „Schwarzwaldklinik“ oder auch Ludwig Haas alias „Dr. Dressler“ aus der „Lindenstraße“, wurden in den 80er Jahren immer wieder von Zuschauern auf der Straße angesprochen und nach medizinischem Rat gefragt. Gab es das bei dir auch noch?

Sarah: Nein. Medizinische Fragen wurden mir noch nicht gestellt, ich werde allerdings ab und zu mit einem Augenzwinkern als „Frau Doktor“ gegrüßt. Das mag ich ganz gern. Ich glaube aber, es liegt auch daran, dass „Iris“ eine eher ungewöhnliche Ärztin ist: Ohne weißen Kittel. Frau. Schwarz. Sie passt nicht das übliche Klischeebild.

Marcel: Du hast in einem früheren Interview verraten, dass du gerne eine Zeitmaschine erfinden oder (wenn es sie schon gäbe) benutzen würdest. Was reizt dich mehr, der Blick in die Zukunft oder die Reise zurück in die Vergangenheit?

Sarah: Auf jeden Fall die Vergangenheit. Ich habe große Lust, ins Mittelalter zu reisen, mich im Rokoko oder im Barock zu tummeln. Ich mag die Kostüme und möchte wissen, wie es sich angefühlt hat, damals zu leben. Wenn ich alte Schlösser besichtige, stelle ich mir vor, wie die Menschen früher dort gelebt haben. Ich finde es wahnsinnig spannend, wie die Menschheit sich entwickelt und von Epoche zu Epoche immer einen neuen Weg einschlägt.

Lindenstraße - Sarah Masuch mit Joris Gratwohl
Zwei, die trotz allem Stress, den sie mit William haben, zusammenhalten: Alex (Joris Gratwohl) und Iris (Sarah Masuch).
© WDR/Martin Valentin Menke

Marcel: Ich habe natürlich auch eine Fan-Frage für dich: Wer war in der „Lindenstraße“ dein Lieblingspartner: „Momo“ oder „Alex“?

Sarah: Also von den beiden, ohne jetzt irgendwen hinten anstellen zu wollen, auf jeden Fall „Alex“. Wir haben auch mehr Zeit miteinander vor der Kamera verbracht, und Joris Gratwohl ist ein wahnsinnig lustiger und lieber Kollege. Am allernächsten am eigenen Herzen, und das ergibt sich aber aus meiner Rolle, ist mir aber die Arbeit mit meiner Serientochter „Lara“ Greta Goodworth gewesen.

 

Marcel: Du bist ein Kind der Achtziger Jahre. Wer waren deine musikalischen Idole, wen hast du aus dem Radio auf Kassette aufgenommen, oder für welche Platten hast du dein Taschengeld ausgegeben?

Sarah: (lacht) Ja, die alten Kassettenaufnahmen, wo man am Ende gerade so eben noch den Radiomoderator mit draufhat, das war toll. Ich fand Sade sehr gut und konnte mich mit ihr identifizieren, habe aber auch Phil Collins und Duran Duran gerne gehört.

Marcel: Hast du die alten Schallplatten noch? Vinyl erlebt ein Comeback momentan…

Sarah: Stimmt, ich habe aber das Gefühl, es ist eher so ein „Männerding“ mit Platten und Vinyl. Ich hab‘ mir auch wenig Platten gekauft und wirklich mehr am Radio gesessen und versucht, mir meine Hits selber aufzunehmen.

 
Folge uns bei Facebook Folge uns auf Twitter
 

- Werbung -