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Marcel Schenk interviewt RTL-Stimme Gregor König

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access_time 2. Dezember 2018
Gregor König war Ansager bei RTLplus und ist eine der RTL-Stimmen in Trailern.

© D. Storck Köln 2015

Moderator Marcel Schenk trifft regelmäßig Prominente aus Funk und Fernsehen zum Gespräch. Dieses Mal Gregor König und hier kann alles nachgelesen werden.

„Ein Gesicht altert – eine Stimme reift“

Marcel Schenk: Hallo Gregor.

Gregor König: Hallo Marcel.

Marcel Schenk: Lass uns gedanklich zurück in die 80er Jahre gehen. Es war die wohl „angesagteste“ Zeit im deutschen Fernsehen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Es gab kein Jahrzehnt, in dem das deutsche Fernsehen mehr Ansagen ausgestrahlt hat. Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern entstanden nach und nach immer mehr private Programme. Und die allermeisten von ihnen setzten zu Beginn auf Programmansagerinnen und Programmansager. Welche Erinnerungen hast du persönlich an diese Zeit?


 

Gregor König: Die 80er Jahre waren für mich zu allererst die Jahre des musikalischen Coming Outs. Ich durfte Musiksendungen im Radio des WDR moderieren. Es war für mich, mit gerade mal 20 Jahren, ein Ritterschlag als Musikjournalist „seine“ Musik ins Radio bringen zu können, über Bands und Künstler, die man selber verehrt, reden zu dürfen am Mikrofon. Das ging bis Ende der 80er Jahre, zwischenzeitlich arbeitete ich noch als Musikredakteur für Alfred Biolek, durfte die Welt bereisen und Musik für seine Sendung „Mensch Meier“ aussuchen, viele Künstler betreuen und kennenlernen. Durch das Radio bin ich, wie die Jungfrau zum Kind, schließlich zum Fernsehen gekommen. Aufgrund meiner Stimme wurde ich beim ZDF zu einem Casting eingeladen und ging letztlich daraus als Moderator für „Jackpot – Das Quiz am Nachmittag“ hervor. Daraus wurde dann später die Hans Rosenthal Sendung „Quiz nach Quoten“ und durch die alte Beziehung zu Alfred Biolek und seiner Redaktion wurde Ende der 80er Jahre schließlich der damalige Sendeleiter vom jungen RTLplus auf mich aufmerksam. Mein Vertrag beim ZDF lief aus und er wollte mich als Nachkömmling von Uwe Hübner, der damals Chefansager bei RTLplus war und zum ZDF wechselte, ins Programm holen. Die Fernsehlandschaft der 80er Jahre hat sich, ebenso wie auch die Radiolandschaft, komplett verändert. Das Team der Programmansager bei RTLplus, ich erinnere mich oft und gern an Renate Stehli oder auch Michel Weber, war ein besonderes Team. Wir durften wir selbst sein. Als Gesicht des Senders wirklich etwas zu sagen haben zwischen den Sendungen. RTL war damals ein sehr aufstrebender Sender dem nicht viele soviel zutrauten wie es sich später darstellte…. über 20 Jahre Marktführerschaft, die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten überflügelnd. Man hat bei RTL damals Maßstäbe für erfolgreiches Fernsehen gesetzt und speziell die Jahre als Ansager waren für mich eine große Schule.

Marcel Schenk: Du hast alle damals wichtigen Formate angesagt…

Gregor König: Ja. Auf jeden Fall. Ich durfte „Ein Schloß am Wörthersee“ anmoderieren, eine Serie die anfangs zwar belächelt war, jedoch schnell ein Millionenerfolg wurde. Oder auch die Anfänge von Thomas Gottschalk bei RTLplus: für seine damalige „Late Night Show“ habe ich Schalten und Übergaben mit Thomas im Abendprogramm moderiert. RTLplus war mehr als „Tutti Frutti“ oder Erotikfilme am Samstagabend, jedoch blieb dieses natürlich sehr im Gedächtnis der ZuschauerInnen. Es war anderes Fernsehen.

Gregor König am Telefon bei der Live-Sendung zum „RTL Spendenmarathon 2018“

Marcel Schenk: Der damalige RTL-Chef Dr. Helmut Thoma sprach gern von „erfrischend anders“.

Gregor König: Und das war es durchaus. Das merkte man bereits im Bereich der Ansage. Es war immer eine große Freude und hat bis heute für mich auch Spuren im Programm hinterlassen. Wir haben unsere Ansagen ohne Teleprompter in ganzen Sätzen oder teils auch nur Stichworten vorbereitet, frei moderiert und waren lockerer als die Kollegen der anderen Sendeanstalten. Es war eine Zeit des Aufbruchs im Fernsehen. Wir waren nicht so formell wie ARD und ZDF. Und so gilt das auch für die Kollegen von Pro7 und SAT1 mit denen wir uns damals nicht vergleichen oder messen wollten, im Gegenteil. Wir wollten gemeinsam das Publikum zurückerobern an die Fernsehbildschirme, mit einem etwas fröhlicheren und frecheren Stil in der Programmansage, kleinen Gewinnspielen und wechselnden Studio-Dekos, passend zum jeweiligen Spielfilm.

Marcel Schenk: Wie hast du damals das „Aus“ aufgenommen, RTL war Vorreiter in der Abschaffung der ProgrammansagerInnen und legte den Startschuss für das Ende eines ganzen Berufszweiges.

Gregor König: Mit großer Gelassenheit, weil ich die Zusage seitens RTL hatte, als Stimme weiter im Programm präsent zu bleiben – und bis heute präsent bin bei Formaten wie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ oder den Live-Übertragungen der „Formel 1“. Dies mache ich nun seit 30 Jahren, begleite aus dem „Off“ die ZuschauerInnen und schaffe einen Wiedererkennungswert. Insofern war es nicht so schlimm für mich, als die Ansagen vor der Kamera wegfielen, zumal damals die großen Boxkämpfe bei RTL ins Programm kamen und mich als Ringsprecher wieder auf dem Bildschirm hielten, jedoch dezidiert auf das was ich bin: Journalist. Ich glaube es war somit eine Weiterentwicklung. Ich bin durch das „Aus“ der Ansagen nicht ins Bodenlose gefallen.

Marcel Schenk: Birgit Schrowange wäre meiner Meinung nach noch ein gutes Beispiel für ein „Leben nach der Programmansage“. In einem ihrer Bücher beschrieb sie die damalige Situation wie folgt: Ihre Eltern waren gar nicht begeistert, dass die Tochter den sicheren Job als Ansagerin im ZDF aufgeben und zum „Tutti Frutti“-Sender RTL nach Köln wechseln wollte. Letztlich aber, so sieht man heute zurückblickend, hat sie alles richtig gemacht…

Gregor König: Sie war eine wunderbare Ansagerin im ZDF, jeder Zuschauer kannte sie. Aber durch ihren Wechsel hat sie eine weitere, wunderbare Karriere gemacht und steht als Gesicht von „Extra – Das RTL Magazin“ nun auch seit über 25 Jahren prägend für den Montagabend.

Gregor König trägt die Farben von RTL (© RTL)


 

Marcel Schenk: Hast du deine Entscheidung, das öffentlich-rechtliche ZDF für das junge RTLplus zu verlassen, je bereut?

Gregor König: Es ging vielen Moderatorinnen und Moderatoren so. Man verlässt einen vermeintlich „sicheren Hafen“ für das Abenteuer der Freiberuflichkeit im Privatfernsehen. Wir sind sehr dankbar, das wir die Chance zum Wechsel bekommen haben. Wir haben die Chance genutzt, sind aber demütig genug zu sagen, dass RTL uns ein Leben ermöglicht hat wo wir sehr freigeistig arbeiten, viel arbeiten können aber auch gern arbeiten.

Marcel Schenk: Wer von den Kolleginnen und Kollegen aus deinen Ansager-Jahren ist überhaupt noch bei RTL? Aus Zuschauersicht fallen mir nur Peter Kloeppel und Ulrike von der Groeben, damals Elfes, ein.

Gregor König: Viele Kollegen aus dem Hintergrund, ohne die Fernsehen so gar nicht möglich wäre. Kollegen aus der Technik, aus der Sendeleitung. Es gibt Tontechniker, die mich seit dem ersten Tag hier einpegeln und begleiten, es entstehen über so viele Jahre Kontakte auch über das reinweg Berufliche hinaus. Man baut ein Vertrauensverhältnis auf, man erlebt Geburten von Kindern und freut sich mit den jungen Eltern, durchsteht aber auch gemeinsam Beerdigungen der Eltern im Kollegenkreis. Wenn man sich so verbunden fühlt und die drei großen Buchstaben R, T und L mehr sind als nur ein Sender, dann ist man auch mehr als eine berufliche Schicksalsgemeinschaft. Es ist ein Teil vom Leben und ich habe mehr als die Hälfte meines Lebens jetzt mit und bei RTL verbracht.

Marcel Schenk: Wie siehst du die Entscheidung, auf moderierte Ansagen zu verzichten, mit dem heutigen Abstand? Wäre es nicht wünschenswert, bei inzwischen über 300 frei empfangbaren Fernsehprogrammen wieder mehr auf das persönliche, auf das menschliche zu setzen?

Gregor König: Es ist ein täglicher Kampf für jeden Sender, eine Bindung zum Zuschauer aufzubauen und diese auch zu halten. RTL macht dies durch vertraute und bekannte Stimmen wie der von Fabian Körner oder mir und durch bekannte Gesichter, die zu vertrauten Sendezeiten immer wieder auf dem Bildschirm erscheinen – und das über viele Jahre hinweg. Man muss unverkennbar bleiben. Die Art der Präsentation ist wichtig, sowohl in Bild wie auch in Ton. Wenn man sich das Programm von RTL beispielsweise genau anschaut, stellt man fest, dass die Moderatorinnen und Moderatoren auch zugleich in gewisser Weise AnsagerInnen sind. Die Übergabe von Günter Jauch bei „Wer wird Millionär“ zur nachfolgenden Sendung ist ebenso zielführend wie der Hinweis von Florian König am Ende der Sportübertragung auf das folgende Programm. Das sind auch Ansagen, wenngleich es keine AnsagerInnen im klassischen Sinne mehr gibt. Diese Verzahnungen im Programm gibt es regelmäßig und die persönliche Ansprache bleibt hier auch für RTL wichtig. Man muss dem Zuschauer eine Heimat bieten.


 

Das Interview führte Marcel Schenk

Marcel Schenk: Hast Du noch Kontakte zum früheren Ansage-Ensemble?

Gregor König: Wenn Michel Weber aus Mexiko zurückkommt, treffen wir uns auf eine Mettwurst und Grünkohl, den es in Mexiko nicht gibt, und dann tauschen wir uns aus. Wir sind zur selben Zeit Vater geworden, es gibt Verbindungen. Wir haben alle unterschiedliche Biografien, aber eben auch Gemeinsamkeiten.

Marcel Schenk: Wirst du heute noch erkannt und von Zuschauern angesprochen?

Gregor König: Es gibt Menschen die mich auf meine Stimme ansprechen und sagen „ich kenne Sie irgendwoher“…. und wenn dann die Worte fallen „…ein Genuss mit Krombacher“ oder „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten. Gleich.“ dann wissen die Zuschauer, wer ich bin. Das ist durchaus dem Klang meiner Stimme zu verdanken, für die ich sehr dankbar bin.

Marcel Schenk: Zum Schluss eine, vielleicht nicht ganz ernst gemeinte Frage: Es gibt hier in der RTL-Zentrale unzählige Flure, viele Etagen, noch mehr Türen. Hinter welcher Tür verbirgt sich der Giftschrank, in dem Kai Ebel seine Kleidung aufbewahrt?

Gregor König: (lacht) Vielleicht ist es kein Giftschrank, sondern vielmehr ein Tresor.

Marcel Schenk: Vielen Dank für das Gespräch!

Gregor König: Ich danke dir!

INFO


Gregor König

Moderation von Musikformaten im Hörfunk

Redaktionelle Betreuung von Alfred Bioleks „Mensch Meier“

Moderation von Quiz Shows im ZDF („Quiz nach Quoten“)

Programm-Ansage bei RTLplus (1990 bis Einstellung)

Voice Over / Trailerstimme bei RTL (1992 bis heute)

Ringsprecher der großen RTL Box-Events

 
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