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Maischberger: Thema + Gäste heute Abend in der ARD (26.09.2018)

MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.
© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Missbrauch in der katholischen Kirche – Aufklären oder vertuschen?“ und diese Gäste sind im Studio: Stephan Ackermann, Wolfgang Niedecken, Claudia Mönius, Matthias Katsch und Christiane Florin.

“Erschüttert”, “traurig”, “ein großes Versagen der Kirche” – so äußern sich nicht Kirchenkritiker, sondern die deutschen Bischöfe selbst. Anlass ist die von ihnen in Auftrag gegebene Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

Sie enthüllt, dass sich von 1946 bis 2014 mindestens 1670 Kleriker an Kindern und Jugendlichen vergangen haben. Die Kirche habe jahrelang den sexuellen Missbrauch verschwiegen, die Täter meist geschützt.

Strafrechtlich verfolgt wurden nur die wenigsten. Und die Studie, so sagen Kritiker, sei bestenfalls der Anfang der Aufklärung. Ist die katholische Kirche jetzt wirklich bereit, das Problem offensiv anzugehen?

Hat der Staat in der Vergangenheit zu wenig getan, um die Opfer zu schützen, und muss er jetzt die Kirche zur vollständigen Aufklärung zwingen? Oder werden Übergriffe weiter vertuscht und die Opfer alleine gelassen? Welche Rolle spielt dabei die Sexualmoral in der katholischen Kirche?

 

Die Gäste heute Abend

Stephan Ackermann (Bischof von Trier)

“Wir wissen um das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs, das durch die Ergebnisse der Studie belegt wird. Es ist für uns bedrückend und beschämend”, sagt der Bischof von Trier. Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz ist überzeugt: “Bei der Studie handelt es sich um eine umfangreiche und sorgfältige Erhebung.” Das Ziel sei, so der Geistliche, “mehr Klarheit und Transparenz über diese dunkle Seite in unserer Kirche zu erhalten und zwar um der Betroffenen willen, aber auch alles dafür tun zu können, dass sie sich nicht wiederholen.”

Wolfgang Niedecken (Rockmusiker, “BAP”)

Der Kölner Musiker ist von den Ergebnissen der Missbrauchsstudie nicht überrascht: “Die Zahlen erschüttern, verwundern mich aber auch nicht.” Der “BAP”-Gründer kritisiert, die katholische Kirche habe nichts anderes getan, als nur das zuzugeben, was überhaupt nicht mehr zu leugnen sei. Wolfgang Niedecken selbst erlebte als Jugendlicher Anfang der 60er Jahre Übergriffe von einem Pater in einem katholischen Internat. 1980 trat der Kölsch-Rocker aus der Kirche aus.

Claudia Mönius (Missbrauchsopfer eines katholischen Pfarrers)

Als Kind wurde die damalige Ministrantin in Nürnberg fünf Jahre lang von ihrem Pfarrer missbraucht, mehrmals in der Woche bis zum Alter von 16 Jahren. Der Geistliche nutzte die schwierige familiäre Situation des Mädchens aus. Ihre Mutter war suchtkrank, der Vater von Kriegserlebnissen traumatisiert. Erst Jahrzehnte später zeigt Claudia Mönius den Pfarrer an, doch der Fall ist verjährt. Das Bistum erfährt davon, der zuständige Bischof entschuldigt sich. Der heute 90-jährige Täter jedoch schweigt und ist weder juristisch belangt noch von der Kirche bestraft worden.

Matthias Katsch (Sprecher des Betroffenenverbands “Eckiger Tisch”)

Der Opfervertreter hält die Studie im Auftrag der Kirche für unzureichend: “Eine Organisation von Tätern darf sich nicht selbst aufarbeiten.” Zudem zeige die Untersuchung nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit. Man erfahre nicht die Namen der Täter, und genauso wenig würden die verantwortlichen Bischöfe genannt, die das System aus sexuellen Übergriffen über Jahrzehnte gedeckt und perfektioniert hätten, kritisiert der Unternehmensberater und fordert eine “unabhängige, staatliche Untersuchungs- und Aufarbeitungskommission”. “Ein Priester, der ein Kind missbraucht, darf nicht länger Priester sein”, fordert der Sprecher der Initiative “Eckiger Tisch”. Matthias Katsch wurde selbst Opfer sexuellen Missbrauchs, als er von 1973 bis 1981 Schüler an der Berliner Jesuitenschule “Canisius-Kolleg” war.

Christiane Florin (Journalistin)

Die Redakteurin des Deutschlandfunk (“Religion und Gesellschaft”) sieht die Ursachen für die Missbrauchstaten auch im Selbstverständnis der katholischen Kirche. “Es gibt institutionelle Bedingungen, die das Verbrechen und das Vertuschen ermöglichen.” Trotz aller Differenzierung, die man bei den Motiven der Täter vornehmen müsse, seien “katholische Komponenten” nicht zu übersehen: die Sexualmoral, der Zölibat, der Korpsgeist, das Amtsverständnis. Statt “folgenloser Buß- und Bet-Gesten” müssten endlich die “verkniffene Sexualmoral und die narzisstische Versuchung für die allmächtigen Priester” hinterfragt werden, fordert Christiane Florin.

Wiederholungen der Sendung

Mittwochnacht auf Donnerstag, 27.09. | 00:10 Uhr (WDR)
Mittwochnacht auf Donnerstag, 27.09. | 03:05 Uhr (Das Erste)
Donnerstag, 27.09. | 08:05 Uhr (WDR)
Donnerstag, 27.09. | 21:02 Uhr (tagesschau24)
Donnerstagnacht auf Freitag, 28.09. | 02:30 Uhr (MDR)
Freitagnacht auf Samstag, 29.09. | 04:30 (SWR)
Samstagnacht auf Sonntag, 30.09. | 00:30 Uhr (3sat)

Über Sandra Maischberger

Sandra Maischberger ist eine der glaubwürdigsten und beliebtesten Fernsehjournalistinnen Deutschlands.

Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises lobte sie für ihre Fähigkeit, “die Persönlichkeit der Interviewten ohne Indiskretion und Tabubrüche darzustellen”. Neugier und Intelligenz gepaart mit Unnachgiebigkeit und journalistischem Instinkt prägen auch ihre Moderationen, Reportagen und Dokumentationen, in denen Sandra Maischberger Themen kompetent, kritisch und klar auf den Punkt bringt. “Journalismus ist meine Berufung”, sagt sie, “denn Journalismus ist für mich lebenslanges Lernen”.

Und gelernt hat sie viel, seit sie 1989 ihre ersten Erfolge mit der Jugendsendung “Live aus dem Schlachthof” (Bayerisches Fernsehen) feierte. 1991 folgte “Talk im Turm” (Sat.1) mit Erich Böhme, bevor sie 1992 durch ihre erste tägliche Interviewsendung, “0137” (Premiere), führte. Von 1993 bis 1994 moderierte und konzipierte sie das wöchentliche Format “Spiegel TV Interview” (Vox).

1995 machte sie eine achtmonatige Weltreise. Im Jahr darauf moderierte sie für SPIEGEL TV die Sendung “Freitag Nacht” (Vox). Es folgten “Greenpeace TV” (RTL) und Arbeiten für das ZDF, den WDR und den Bayerischen Rundfunk.

Im Januar 2000 startete sie mit ihrer preisgekrönten Talkshow “Maischberger” (n-tv). 2002 drehte sie die viel beachteten Dokumentationen “‘Dr. Wedel und Mr. Hyde’ – der Regisseur der Affäre Semmeling” (ZDF) und “Es ist 20 Uhr … – Die Tagesschau wird 50!” (NDR/WDR).

Im Zuge der Bundestagswahl 2002 moderierte sie gemeinsam mit Peter Kloeppel die Polit-Talk-Reihe “Im Kreuzfeuer” (RTL). Seit 2003 prägt sie das ARD-Talkformat “Menschen bei Maischberger” (heute: “Maischberger”).

“Maischberger” heute Abend um 23:45 Uhr in der ARD

 

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