MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.
© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Merkel gegen Seehofer: Endspiel für die Kanzlerin?“ und diese Gäste sind im Studio: Markus Blume, Elmar Brok, Robert Habeck, Melanie Amann, Gabor Steingart und Rolf-Dieter Krause.

Drama im politischen Berlin: Seit einer Woche streiten CDU und CSU auf offener Bühne um die Flüchtlingspolitik. Am Montag ein Kompromiss, der die Kanzlerin unter Druck setzt. Bis Ende Juni muss sie eine europäische Lösung präsentieren, sonst will Innenminister Seehofer den nationalen Alleingang umsetzen.

Ist das politische Erpressung? Ist der Bruch der Union und damit das Ende der Regierung nur aufgeschoben? Schafft die Kanzlerin in Europa noch die Wende?




Die Gäste heute Abend

Markus Blume, CSU (Generalsekretär)

„Wir brauchen eine echte Asylwende“, fordert der CSU-Generalsekretär und setzt dabei auf den „Masterplan Migration“ von Bundesinnenminister Horst Seehofer. Zurückweisungen an der Grenze nennt Markus Blume unverzichtbar. Seehofer werde weder seine Forderungen verändern noch zurücktreten. Vorwürfe, seine Partei bereite den Sturz der Kanzlerin vor, weist der Seehofer-Vertraute zurück. Der CSU gehe es vielmehr darum, die Zuwanderung zu steuern und zu begrenzen. Das werde von vielen Menschen erwartet.

Elmar Brok, CDU (Bundesvorstand)

Der CDU-Europapolitiker wirft der CSU vor, die Große Koalition in Berlin mit dem Asylstreit aus wahltaktischen Gründen aufs Spiel zu setzen. „Die CSU beharrt deshalb auf der Zurückweisung von Flüchtlingen an der Grenze, weil sie sich davon einen Sieg bei der Landtagswahl in Bayern verspricht“, vermutet der Europa-Abgeordnete. Dem Bundesinnenminister wirft Elmar Brok vor, sich nicht für die EU zu interessieren: „Mit wem in Europa redet Horst Seehofer eigentlich – außer mit Viktor Orbán und Sebastian Kurz?“

Robert Habeck, B’90/Grüne (Parteichef)

„Die CSU will im Herbst eine Landtagswahl gewinnen und ist offenbar bereit, dafür das gesamte Land mit in Haftung zu nehmen“, meint der Grünen-Chef. Seehofer, Söder und Co. ginge es um einen konservativen Putsch innerhalb der Union. Seit Jahren sei ein Kurs eingeschlagen worden, der die CSU auf die Linie der autoritären Regime in Osteuropa bringe. Der Spitzen-Grüne warnt: „Wer Rechtspopulisten nachplappert, macht sie nicht klein, sondern salonfähig.“

Melanie Amann („Spiegel“-Journalistin)

„Merkel ist die größere Verliererin in diesem Spiel, weil sie sich jetzt aus Not Seehofers Zeitplan unterworfen hat“, so die Einschätzung der Journalistin. Die Bundeskanzlerin agiere nun unter einer regelrechten Galgenfrist. „Seehofer und der Parteivorstand haben deutlich gemacht: Die Zurückweisungen sind für uns nicht verhandelbar“, erklärt die Redakteurin des „Spiegel“-Hauptstadtbüro. Wenn die Kanzlerin bis zum 1. Juli keine europäische Lösung vorweise, könne dies zu einem Konflikt führen, der sie am Ende das Amt kostet.

Gabor Steingart (Autor)

„Merkel hat das Gefühl für die Stimmung in der Bevölkerung verloren“, sagt der ehemalige Herausgeber des „Handelsblatts“. Deutschland habe jetzt nur noch eine Regierung auf Abruf: „Merkel wird in dieser Wahlperiode gehen – die Frage ist nur, wann und wie.“ Die Zwei-Wochen-Frist, auf die sich Bundesinnenminister Seehofer und die Kanzlerin verständigt haben, verlängere die deutsche Staatskrise nur, fürchtet der Bestsellerautor.

Rolf-Dieter Krause (ehem. ARD-Studioleiter Brüssel)

Der langjährige Europa-Korrespondent kritisiert Horst Seehofer für sein aggressives Vorgehen: „Die CSU ist eine Regionalpartei, die das Land in Geiselhaft nimmt.“ Dennoch hofft Rolf-Dieter Krause auf eine Einigung der Unionsparteien: „Es ist das Interesse aller, die Koalition nicht platzen zu lassen.“ Die Forderungen nach deutschen Grenzkontrollen hält der frühere ARD-Studioleiter für populistisch: „Was heißt es ganz konkret, die Grenzen zu sichern? Die Frage kann seit Jahren niemand beantworten.“ Hier helfe nur eine europäische Antwort.

Wiederholungen der Sendung

Do, 21.06.18 | 03:45 Uhr | Das Erste
Do, 21.06.18 | 08:05 Uhr | WDR
Do, 21.06.18 | 21:02 Uhr | tagesschau24
Fr, 22.06.18 | 02:50 Uhr | MDR
Sa, 23.06.18 | 23:25 Uhr | 3sat

Über Sandra Maischberger

Sandra Maischberger ist eine der glaubwürdigsten und beliebtesten Fernsehjournalistinnen Deutschlands.

Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises lobte sie für ihre Fähigkeit, „die Persönlichkeit der Interviewten ohne Indiskretion und Tabubrüche darzustellen“. Neugier und Intelligenz gepaart mit Unnachgiebigkeit und journalistischem Instinkt prägen auch ihre Moderationen, Reportagen und Dokumentationen, in denen Sandra Maischberger Themen kompetent, kritisch und klar auf den Punkt bringt. „Journalismus ist meine Berufung“, sagt sie, „denn Journalismus ist für mich lebenslanges Lernen“.

Und gelernt hat sie viel, seit sie 1989 ihre ersten Erfolge mit der Jugendsendung „Live aus dem Schlachthof“ (Bayerisches Fernsehen) feierte. 1991 folgte „Talk im Turm“ (Sat.1) mit Erich Böhme, bevor sie 1992 durch ihre erste tägliche Interviewsendung, „0137“ (Premiere), führte. Von 1993 bis 1994 moderierte und konzipierte sie das wöchentliche Format „Spiegel TV Interview“ (Vox).

1995 machte sie eine achtmonatige Weltreise. Im Jahr darauf moderierte sie für SPIEGEL TV die Sendung „Freitag Nacht“ (Vox). Es folgten „Greenpeace TV“ (RTL) und Arbeiten für das ZDF, den WDR und den Bayerischen Rundfunk.

Im Januar 2000 startete sie mit ihrer preisgekrönten Talkshow „Maischberger“ (n-tv). 2002 drehte sie die viel beachteten Dokumentationen „‚Dr. Wedel und Mr. Hyde‘ – der Regisseur der Affäre Semmeling“ (ZDF) und „Es ist 20 Uhr … – Die Tagesschau wird 50!“ (NDR/WDR).

Im Zuge der Bundestagswahl 2002 moderierte sie gemeinsam mit Peter Kloeppel die Polit-Talk-Reihe „Im Kreuzfeuer“ (RTL). Seit 2003 prägt sie das ARD-Talkformat „Menschen bei Maischberger“ (heute: „Maischberger“).

„Maischberger“ heute Abend um 23:45 Uhr in der ARD

 
auf Facebook folgen auf Twitter folgen auf Google+ folgen