Maischberger: Thema + Gäste heute Abend im Ersten (18.09.2019)

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© WDR/Annika Fußwinkel

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Die unheimliche Weltmacht: Wie bedrohlich ist China?“ und das sind die Gäste im Studio.

Der Handschlag zwischen dem deutschen Außenminister und einem Hongkonger Studentenaktivisten hat zu einer diplomatischen Krise geführt und gezeigt, wie schwierig die Beziehungen zwischen Deutschland und China sind. Einerseits sind die Länder wirtschaftlich eng miteinander verbunden, andererseits in ihrem politischen Wertekanon weit voneinander entfernt.


 

Kritik an der Unterdrückung von Minderheiten verbitten sich die chinesischen Machthaber als „Einmischung in innere Angelegenheiten“. Sind wir zu freundlich gegenüber Peking, um Milliardengeschäfte nicht zu gefährden? Ist es für unsere Wirtschaft riskant, wenn chinesische Konzerne deutsche Unternehmen kaufen? Und erleben wir zwischen den USA und China einen neuen kalten Krieg?

Die Gäste

Frank Thelen (Unternehmer und Investor, „Die Höhle der Löwen“)

Der Bonner Unternehmer ist beeindruckt von der wirtschaftlichen Stärke Chinas: „Auch wenn die Allmacht des Staates ein Problem ist – es ist eindrucksvoll, wie schnell das Land vorankommt.“ Wenn die Regierung in Peking eine Energiewende beschließt, werde sie durchgezogen. „Diese Konsequenz und den Mut vermisse ich in Deutschland“, erklärt der Investor aus der „Höhle der Löwen“ (Vox), der gemeinsam mit einem großen chinesischen Konzern Anteile an einem Start-up-Unternehmen hält.

 

Norbert Röttgen, CDU (Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses)

„China ist die umfassendste Herausforderung für den Westen. Einen Investitionskrieg gegen China kann Europa nicht gewinnen“, warnt der CDU-Außenpolitiker. Das Land habe technologisch und ökonomisch enorm aufgeholt – „auch mit Hilfe unfairer Praktiken, wie zum Beispiel staatlich subventionierter Unternehmen“. Aber nicht nur die Wirtschaft, auch das Menschenbild stelle Europa vor enorme Herausforderungen, sagt Norbert Röttgen: „Peking tritt offensiv für ein alternatives, dem Westen angeblich überlegenes Menschen- und Gesellschaftsbild ein.“

Hao Gui (chinesischer Journalist)

Der Journalist sieht in Chinas Expansion keine Bedrohung der deutschen Wirtschaft. „Das Wachstum von China ist friedlich“, sagt Hao Gui. Beide Länder würden vom Austausch profitieren. Der Asien-Experte der Deutschen Welle glaubt nicht, dass China die Proteste in Hong Kong mit Waffengewalt zerschlagen wird. Ein Land, in dem zwei Systeme existieren, sei ein einzigartiges Experiment, so der gebürtige Chinese Hao Gui. „Jetzt muss man lernen, beide Systeme ineinander zu verzahnen.“

Kai Strittmatter (langjähriger China-Korrespondent)

„Wir schauen mit Blindheit und Naivität auf China“, warnt der frühere China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung: „Was in China passiert, bedroht unseren Lebensstil.“ Die Kommunistische Partei um Staatschef Xi Jinping plane die Neuerfindung der Diktatur. Überwachung und Propaganda funktionierten innerhalb Chinas inzwischen so gut, dass die Bürger nicht mehr dagegen protestieren könnten. Nach außen wolle das Regime mit Projekten wie der Seidenstraße ganz bewusst auf die europäische Wirtschaft und Politik Einfluss nehmen. Für Kai Strittmatter, der lange in Peking gelebt hat, steht fest: „China betrachtet uns westliche Demokratien offen als ideologischen Feind.“

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Bernhard Alscher (Bürgermeister)

„Chinatown in Rheinland-Pfalz“, so nennt der Kommunalpolitiker seinen Ort. Rund 700 Chinesen siedelten sich in dem beschaulichen Hoppstädten-Weiersbach an und gründeten in den vergangen Jahren etwa 260 Unternehmen. „Wir haben mit unseren Chinesen eine harmonische Beziehung und merken den positiven Effekt für unsere Region durch den Handel“, sagt Bernhard Alscher. Ohne die Chinesen, davon ist der parteilose Bürgermeister überzeugt, würde es der Region deutlich schlechter gehen.

„maischberger“ heute Abend um 22:45 Uhr im Ersten

 
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