Dschungelcamp 2020 Kandidaten-Steckbrief: Sonja Kirchberger


Dschungelcamp 2020 - Kandidatin Sonja Kirchberger
© TVNOW/Arya Shirazi

„Venusfalle“ Sonja Kirchberger wagt auch den Einzug in den australischen Dschungel. Die bekannte Schauspielerin stellen wir Euch natürlich auch genauer vor.

Sonja Kirchberger, geboren 1964 in Wien, konnte sehr schnell in verschiedensten Rollen ihr künstlerisches Talent beweisen. Von ihrer zehnjährigen Ausbildung in Klassischem Tanz profitierte sie dabei genau so wie vom dreijährigen Schauspiel-, Sprech- und Gesangsunterricht in Los Angeles.

Nach ihrer ersten Hauptrolle in Robert van Ackerens „Die Venusfalle“ bescherte Dieter Wedels TV-Mehrteiler „Der König von St. Pauli“ (1998) der Österreicherin schnell den Ruf als gefragte Charakterdarstellerin. Seitdem hat sie in zahlreichen internationalen und deutschsprachigen Filmproduktionen Erfolg und war sowohl in Haupt-, Neben- oder Gastrollen in Krimis, Komödien oder Kinodramen zu sehen. Auch auf deutschen Bühnen spielte sie; dreimal verkörperte sie beispielsweise die Buhlschaft im „Jedermann“ im Berliner Dom.

Sonja Kirchberger lebt auf Mallorca und hat dort 2014 ihr eigenes Restaurant „Petit Ca´n Punta Port“ eröffnet.

Der Dschungel-Check von Mr. Trash TV


 

Interview

„DIE EIGENTLICHE HERAUSFORDERUNG SIND DIE ANDEREN, DIE MAN NICHT KENNT“

Was bedeutet für Sie das Dschungelcamp?
Ich habe lange den Dschungel beobachtet und bin ein großer Fan. Der Dschungel ist das tausendprozentige Detox-Programm. Du kriegst ein Minimum an Nahrung, du kriegst keine Fette und auch keinen Zucker. Deine Nerven liegen in kürzester Zeit blank, ob du möchtest oder nicht. Du entgiftest komplett. Und jeder der schon einmal entgiftet hat, weiß, was dann passiert. Man hört die Anderen atmen, schnarchen und was es sonst noch so für Körpergeräusche gibt. Man kennt die meisten Menschen gar nicht. Man wird zusammengewürfelt. Und dann kommen die Prüfungen…

Was genau reizt Sie am Dschungel?
Der Dschungel ist eine Konfrontationstherapie. Während dieser Therapie begleitet einen der Zuschauer, der dich auch rein- und rauswählt. Der Zuschauer ist dein größter Kritiker.

Was sind Sie für ein Typ?
Ich bin ein sehr, sehr ängstlicher Mensch. Ich bin nicht besonders mutig. Ich reagiere aus der Angst sehr schnell. Aber nicht, weil ich mutig bin, sondern einfach extrem ängstlich. Ich habe einige Phobien und ich bin ein Maulheld. Ich bin Schauspielerin, wir Schauspieler sind alle Maulhelden.

Was für Phobien haben Sie?
Alles was Haare hat, klein ist und sich schnell bewegt. Ich hatte noch nie die Konfrontation mit einer Schlange. Ich bin sehr, sehr aufgeregt in das Dschungelcamp einzuziehen.

Wie bereiten Sie sich auf den Dschungel vor?
Meine Freunde haben mir einen Baby-Hamster geschenkt. Ich reagiere auf alles was sich schnell bewegt und Haare hat. Ich verstehe nicht, wie man freiwillig einen Hamster oder Meerschweinchen zuhause haben kann. Ich trainiere gerade dieses Tier anzufassen. Es ist nicht einfach…

Was haben Sie sich vorgenommen im Dschungel?
Ich habe mir sehr, sehr viel vorgenommen. Ich glaube, dass ich den TV-Zuschauer enttäusche, aber das Risiko nehme ich auf mich, weil es mein langjähriger Wunsch ist beim Dschungel dabei zu sein. Den Dschungel halte ich für ein sehr, sehr kluges Format. Es ist die einzige wirkliche Reality-Show. Es gibt keine andere Show, bei der sich psychisch und physisch so nackt gemacht wird.

Sie waren schon im Playboy nackt zu sehen. Machen Sie sich im Dschungel jetzt seelisch nackt?
Wir Schauspieler machen uns eigentlich sehr, sehr häufig auf Bühnen oder vor der Kamera seelisch nackt. Sich seelisch nackt zu machen ist sehr viel intimer, als sich körperlich nackt zu machen. Man ist wirklich schutzlos. Im Dschungel werde ich vielleicht auch ein Gesicht oder Charakterzüge von mir kennen lernen, die ich bis Dato noch nicht kannte.

Haben Sie Vorteile, weil Sie eine Schauspielerin sind?
Wir Schauspieler neigen dazu, sehr stark an unsere Grenzen gehen zu wollen. Nein, stimmt nicht, sondern über unsere Grenzen hinaus gehen zu wollen. Raus aus der Komfortzone. Und deshalb kenne ich auch sehr viele Schauspieler, die wahnsinnig gerne den Dschungel machen würden, aber irre Angst haben, dass das von der Branche negativ aufgefasst wird. Ich halte das für spießig. Ich stehe für Entertainment und nicht für Arthouse. Der Dschungel ist Entertainment.

Vor welcher Prüfung haben Sie im Dschungel am meisten Angst?
Die Menschen reden immer von den Dschungelprüfungen. Die eigentliche Herausforderung sind die Anderen, die man nicht kennt. Auf was man sich da einlässt, auf so engem Raum, finde ich die absolut schwierigste Dschungelprüfung überhaupt.

Ist es Ihnen wichtig, was andere über Sie denken?
Beim Dschungel ist es mir nicht wichtig, wer die Zusage gut oder schlecht findet. Es ist mir wichtig, ob ich da liefere oder nicht liefere. Ich habe einen gewissen Anspruch an mich selbst. Wie reagiere ich mit der Situation, dass ich sehr eng mit Menschen zusammen bin, die ich nicht kenne? Wie bin ich sozial ausgestattet? Wie reagiere ich in einer Situation, wo die Nerven blank liegen? Das ist für mich eine wahnsinnig große Herausforderung.

Wollen Sie jemandem etwas beweisen?
Niemand ist enttäuscht, wenn du irgendwelche Tiere nicht isst. Aber schon, wenn du das kleine Einmaleins anderen Menschen gegenüber verlässt, weil du in einer Extremsituation bist. Sind wir nur gute Menschen, weil mir mit Messer und Gabel essen können? Wann wird der Mensch zum Tier? Wenn viele Dinge fehlen! Nämlich absolut, hundertprozentige Detox. Von zuhause weg. Zusammengewürfelt mit anderen Menschen, die man nicht kennt. In einem fremden Klima. Mit einer Ernährung, die auf das Minimum reduziert ist. Keine Salze. Kein Fett. Kein Zucker. Mit einer Zeitverschiebung. Es kommt alles zusammen. Das ist ein großartiges Experiment.

Mit welchen Verhaltensweisen von Menschen kommen Sie überhaupt nicht klar?
Ignoranz, sehr! Selbst mit Arroganz kann ich besser umgehen, was ja meistens mit Unsicherheit und manchmal auch mit Dummheit Hand in Hand geht. Aber Ignoranz finde ich ganz schwierig.

Wie gehen Sie mit Streit- oder Stresssituationen um?
Man sollte mit Menschen erst einmal sprechen. Ich sage mal 90 Prozent der Menschen sehen sich auch selbst nicht gerne, wenn sie grünes Gift spucken. Im Grunde genommen wollen diese Menschen eigentlich immer nur abgeholt werden. Das würde ich versuchen, weil es mich schon interessiert, wenn jemand tyrannische Züge zeigt. Wenn der Versuch nicht funktioniert, dann würde ich mich zurückziehen.

Wollen Sie Dschungelkönigin werden?
Das ist eine fantastische Frage, denn das frage ich mich auch selbst. Jeder, der ein Spiel eingeht, will gewinnen. Aber will ich 14 Tage im Dschungel sein? Das weiß ich noch nicht! [lacht] Vielleicht ist man nach fünf Tagen so fertig, dass man einfach nur noch raus will. Ich esse wie ein Bauarbeiter. Ich esse dreimal am Tag kräftig Nahrung. Wenn ich nichts zu essen kriege, wachsen meine Eckzähne ins Unermessliche. Aber ja, mein Ansatz ist es, dass ich gewinnen möchte. Aber nicht um jeden Preis.

Wie stehen Sie zu den hygienischen Zuständen im Dschungelcamp?
Ich bin Schauspielerin. Wir drehen an Orten, an denen wir auch nur ein Plumpsklo haben. Dort heißt es nur anders, ist mit Chemie gefüllt und wir auch mal abgeholt. Nicht Duschen? Finde ich auch nicht so schlimm, ist total überschätzt. Zähne putzen finde ich wichtig. Da habe ich einen totalen Tick.

Haben Sie schlechte Angewohnheiten, die die Mitcamper stören könnten?
Ich bin sehr gerne alleine, ohne ein Einzelgänger zu sein. Manchmal wird mein sich zurückziehen vielleicht als Arroganz ausgelegt. Das hat mich in meinem Leben immer begleitet. Aber ich schnarche nicht, ich schmatze nicht und ich klaue niemandem die Böhnchen oder den Reis. Vielleicht lerne ich von mir Seiten kennen, die ich bisher noch nicht kannte. Unter so extremen Umständen war ich noch nie in einer Gruppe – so lange und so intim.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrer Entscheidung ins Dschungelcamp zu gehen?
Meine Familie hat gesagt, bitte nicht, dass bist du nicht. Die finden das Format alle gut, aber was du dir dort vornimmst, dass bist du hundert Prozent nicht. Das ist schon schwierig, weil jetzt, wo der Tag immer näherkommt, habe ich diese Nächte, wo ich schweißgebadet aufwache und mir sage, wie komme ich aus dieser Nummer doch noch raus?

 

Warum traut Ihnen Ihre Familie das nicht zu?
Ich esse extrem gesund und gerne. Ich esse extrem viel. Ich bin Kaffeesüchtig. Ich bin gerne alleine und lese ein Buch oder starre in die Natur. Ich habe noch nie mit zwölf Leuten ein Plumpsklo geteilt. Ich bin nicht so gesprächig, wie es wirkt. Ich habe Phobien vor kleinen kriechenden Tieren, die Härchen haben. Meine Familie hat schon nicht so unrecht, andererseits bin ich mit drei Brüdern aufgewachsen. Ich bin Angeln gegangen mit meinen Brüdern. Die haben zwar schneller den Fisch gefangen, aber Angst ihn zu töten. Es gibt eine burschikose Seite von mir, aber die ist schon ein paar Jährchen zurück. Ich weiß nicht, ob ich auf die noch zurückgreifen kann.

Freuen Sie sich auf den Dschungel?
Ich habe eine Vorfreude wie ein Teenager, weil ich aus meinen gewohnten Strukturen rauskomme. Ich freue mich auf den Dschungel. Und ich finde den Dschungel auch witzig und lustig. Ich bin manchmal überrascht, dass die Menschen so depressiv sind im Dschungel. Diese Reise ist ein Geschenk. Die machst du einmal im Leben, wenn du Glück hast.

Können Sie vielleicht als besserer Mensch aus dem Dschungel kommen?
Was nicht drin ist, kommt auch nicht raus. Du kannst vielleicht neue Seiten von dir erkennen und zulassen. Vielleicht lerne ich Seiten kennen, auf die ich sehr stolz sein kann.

Alle Infos zu „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ im Special bei RTL.de.

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