Martin Bolze
Hypnotiseur aus Gran Canaria

Geboren in Peckelsheim und aufgewachsen in Paderborn verpflichtete sich Martin Bolze nach seinem Schulabschluss und im Alter von 17 Jahren zunächst für vier Jahre bei der Bundeswehr. Diese Zeit beendete er 1978 als Obermaat (Stabsunteroffizier) bei der Bundesmarine und arbeitet im Anschluss als Promoter für deutsche Plattenlabels. Während dieser Zeit lernte er auch den Braunschweiger Hypnotiseur Piedro Mercury kennen, der ihm erste Einblicke in die Hypnose vermittelte. Martin Bolze war begeistert von der Idee, diese Fähigkeit zu erlernen und entschied sich, eine psycho- und hypnosetherapeutische Ausbildung am Greifenhofer Institut Paderborn zu machen. Inzwischen leitet er seit mehreren Jahren schon das Institut für Suggestions- und Hypnosetherapie Gran Canaria. Bei „Das Supertalent“ faszinierte der 53-Jährige mit seinem Talent zur Suggestion, die neben einigen Zuschauern vor allen Dingen Sylvie van der Vaart am eigenen Leib erfahren durfte. Wieder aus der Hypnose erwacht, urteilte die Jurorin: „Ich bin super entspannt, fühle mich wie nach einem Wellness-Urlaub.“ Das überzeugte letztendlich auch Skeptiker Dieter Bohlen: Dreimal Ja für Martin Bolze und der Einzug ins Halbfinale.

Michael Hemmersbach
Straßenmusiker aus Koblenz (Rheinland-Pfalz)

Eigentlich hatte Michael „Micky“ Hemmersbach seit drei Jahren einen sicheren Job bei der Bundeswehr in Mayen. „Aber irgendwann habe ich festgestellt, dass wir nicht so gut zusammenpassen, die Bundeswehr und ich.“ Also trennten sich Michael und sein Arbeitgeber. Kurze Zeit später konnte Michael die Miete nicht mehr zahlen und flog aus seiner Wohnung. Seit zweieinhalb Jahren schlägt sich der 27-Jährige jetzt schon als Straßenmusiker durch: „Zum Leben reicht das gerade. Von 100 bis 3000 Euro im Monat ist alles drin.“ Aber wie viel es tatsächlich am Monatsende ist: Nicht kalkulierbar. Genauso wenig wie die Unterkunft für den nächsten Monat. Eine Zeitlang war der Musiker im Schwesternwohnheim eines evangelischen Stifts untergekrochen, aber dort musste er wieder ausziehen. Doch Michael ist unverbesserlicher Optimist, und vor allen Dingen will er kein Mitleid: „Ich will mit meiner Musik überzeugen und keinen Applaus aus Mitgefühl.“ Bei „Das Supertalent“ reagierte das Publikum zunächst allergisch auf den vermeintlichen Sozialschmarotzer und buhte Michael aus – doch mit seiner emotionalen Darbietung von „Streets of London“ (Scott MacKenzie) konnte er Publikum und Jury doch noch von sich überzeugen: Standing Ovations, zu Tränen gerührte Zuschauer und Lobeshymnen von der Dieter Bohlen: „Du hast eine sehr gute Stimme. Ein fast perfekter Auftritt.“ Damit hatte Michael nicht gerechnet, freute sich aber umso mehr: „In solchen Momenten merke ich, dass ich mein Leben lang nichts anderes machen will als Musik.“

Michael Holderbusch
Arbeit suchend /ehemaliger Bahnangestellter
Sänger aus Baunatal (Hessen)

Beim Casting in München überzeugte Michael Holderbusch die Supertalent-Jury mit einer gefühlvollen Version von Joe Cockers „You are so beautiful“ – und erhielt vom Publikum Standing Ovations. Auf eine Kopie seines Vorbilds Joe Cocker will sich das musikalische Schwergewicht mit der rauen Stimme allerdings nicht reduziert lassen, vielmehr lässt er sich von Rock- und Blues-Musikern wie Cocker, Ray Charles, Janis Joplin, Deep Purple oder Jimi Hendrix inspirieren. Im Alter von 13 Jahren begann Holderbusch zu singen und Gitarre zu spielen, spielte in einer Bigband und schnupperte erste Bühnenluft mit seiner ersten eigenen Band namens „Fatman“. Auch in seiner Freizeit steht die Musik an erster Stelle – daneben kocht der 30-jährige aber auch gerne oder geht angeln. Als Stellwerksmitarbeiter der Deutschen Bahn wurde Michael Holderbusch vor rund vier Jahren zum Opfer des Stellenabbaus und ist seitdem auf Jobsuche. Bei „Das Supertalent“ beworben hat er sich auf Anraten von Freunden: „Sie meinten, meine Chancen stehen nicht so schlecht.“ Nun hofft er auf zahlreiche Anrufe der Zuschauer, denn wenn er das Preisgeld von 100.000 Euro gewinnen sollte würde er sich eine USA Reise leisten, um in Chicago und New Orleans auf den Spuren des Blues und Jazz zu wandeln. Michaels größter Traum und Wunsch ist es aber nach wie vor, von seiner Musik leben und Hartz IV entkommen zu können.

Natalya Netselya
Malerin
Sandmalerin aus Leipzig (Sachsen)

So etwas gab es auch noch nicht bei „Das Supertalent“: Aus Sand malte die gebürtige Russin Natalya Netselya eine ganze Liebesgeschichte – und eroberte damit die Herzen des Publikums und der Jury. Als Tochter einer Offiziersfamilie in Ekaterinenburg/Russland geboren, reiste Natalya als Kind schon durch verschiedene Länder und Städte, lebte ab 1991 in Weißrussland und absolvierte 2006 erfolgreich die Akademie der Künste in Minsk. Seit vier Jahren malt Natalya mit Sand und gründete 2009 als erste Künstlerin ihrer Art in Weißrussland das Theater der Sandminiaturen. Bei „Das Supertalent“ faszinierte die junge Frau, die zurzeit in Leipzig lebt, die Jury, das Publikum und die deutschen Fernsehzuschauer mit ihrer Kunst, aus Sand lebendige und emotionale Bilder zu schaffen: Bruce fand es „wonderful“ und auch Dieter war begeistert. „Du bist eine große Künstlerin, deine Bilder sind vergänglich, genauso wie die Liebe auch vergänglich sein kann. Es war einfach schön“, lautete sein Urteil. Mit drei Ja-Stimmen der Jury und dem Schritt ins Halbfinale heißt es jetzt: Hoffen auf das große Finale und das Preisgeld von 100.000 Euro.

Nilson und Zito Mofume
Nilson: Tanzlehrer und Choreograph, Zito: Schüler
Tänzer aus Hannover (Niedersachsen)

Nilson und sein kleiner Bruder Zito überraschten Jury und Publikum mit ihrer ganz besonderen Hip-Hop Choreographie. Sylvie van der Vaart outete sich schnell als Fan der beiden Brüder: „Ihr beide zusammen habt mehr Ausstrahlung als 15 Tänzer auf der Bühne; ihr habt mich vom Hocker gehauen; ich bin begeistert.“ Und Dieter Bohlen ging sogar soweit, sie als den „besten Tanzact des Wettbewerbs“ zu bezeichnen. Nilsons und Zitos größtes Vorbild ist der King of Pop Michael Jackson, was klar in ihrer Choreographie zu erkennen ist. Die Brüder leben in Hannover, wo Zito derzeit die Realschule in Langenhagen besucht. Nilson arbeitet seit seinem Realschulabschluss als freiberuflicher Tanzlehrer für ein soziales Förderprojekt an Grund- und Förderschulen im Raum Hannover, wo er täglich an unterschiedlichen „Brennpunkt-“, aber auch an „normalen“ Schulen mit den Kids trainiert. Nachmittags leitet er zudem Workshops für eine Tanzschule in Gifthorn. Das Tanzen hat sich der heute 21-Jährige zunächst durch das Anschauen von Tanzvideos selber beigebracht, später auch Workshops des Allgemeinen Deutschen Tanzverbands besucht. Zito hat das Tanzen von seinem Bruder gelernt, seit zwei Jahren tanzen die Brüder gemeinsam. Ihre Eltern Sebastiao (gelernter Elektriker und selbstständiger Leuchtreklamehersteller) und Sara (gelernte Chemielaborantin) stammen aus Mosambik und kamen 1980 nach Deutschland, wo sie zunächst in Magdeburg lebten. Hier wurden auch Nilson und Zito geboren Seit dem Jahr 2000 wohnt die Familie gemeinsam im Raum Hannover. Sollten sie „Das Supertalent“ 2010 gewinnen, würden Nilson und Zito ihre Familie in Mosambik unterstützen und sich für soziale Projekte einsetzen.

Pellegrini Brothers
Familienartisten aus Brühl (NRW)

Vier Brüder, acht Hände und eine enorme Körperspannung. Das ist geballte Manpower aus Italien! Die Pellegrini Brothers verzauberten sowohl das Publikum als auch die Jury mit ihrer Luftakrobatik Show der Extraklasse. Für Andrea (38), Ernaldo (44), Natale (43) und Ivan (39) Pellegrini geht es immer noch höher, noch spektakulärer und noch atemberaubender. „Für mich war es eine unglaubliche Leitung mit dieser Körperbeherrschung“, urteilte Sylvie van der Vaart. Die vier Brüder stammen aus einer traditionellen Zirkusfamilie, die im Wohnwagen stets auf Reisen war. Mit ihrer atemberaubenden Akrobatik stehen die vier Brüder schon von Kindesalter an auf der Bühne, arbeiten täglich und mit eiserner Disziplin an ihren Artistik-Nummern. Seit ihrer Kindheit machen die Pellegrinis alles gemeinsam: Schule, Freizeit, Beruf. Auch heute wohnen sie noch zusammen, allerdings in verschiedenen Apartments. Der Rest der Familie lebt nicht in Deutschland: Die jüngere Schwester Desiree (32) hat in Italien studiert und lebt noch dort, ebenso wie die Eltern Anna (65) und Aristodemo (75). Die Brüder besuchen ihre Eltern gerne in der alten Heimat und veranstalten regelmäßig zwei Wochen im Sommer Familienfeiern. Bis auf Andrea leben die Pellegrini-Brüder zurzeit in einer Beziehung. Ivan hat aus seiner Ehe mit Geraldine Knie einen neunjährigen Sohn, Ivan Junior, der bei seiner Mutter lebt und mit seiner Pferdedressur-Nummer schon ein kleiner Star im Circus Knie ist. Bei „Das Supertalent“ wollen sie jetzt auch endlich die deutsche Fernsehnation von ihrem Talent überzeugen und für sich gewinnen. Sollten sie das Preisgeld von 100.000 Euro gewinnen, würden sie eine Zirkusschule für junge Talente eröffnen.

Peter Wehrmann
Freischaffender Künstler
Beatboxer aus Berlin

1967 wurde Peter in Salzgitter geboren und hat einen jüngeren Bruder. Seine Eltern trennten sich sehr früh und etwa zu dieser Zeit stellte man fest, dass sein Bruder an einer Form des Autismus leidet – ein maßgeblicher Grund, warum Peter nach seinem Abitur in Braunschweig Sozialpädagogik studierte. Er hat seinen Beruf aber nie ausgeübt, sondern arbeitete immer als freiberuflicher Künstler. Peter lebt gemeinsam mit seiner Freundin in Berlin und hat einen kleinen Sohn aus erster Ehe. Sein Auftritt beim diesjährigen „Supertalent“ zählte für die Jury sicherlich zu den Highlights, denn es gab bestimmt ein Dutzend Kandidaten, die mit „beatboxen“ überzeugen wollten – aber keiner war so gut wie „Pete the Beat“. Mit seiner musikalischen Zeitreise durch die Musikjahrzehnte der 70er bis in die 80er begeisterte er Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Sylvie van der Vaart. Auch das Publikum war hin und weg. Sollte Peter seinen Höhenflug und die musikalische Zeitreise bis zum Sieg bei „Das Supertalent“ fortsetzen, würde er die Siegprämie unter anderem in ein eigenes Heim investieren.

Petr Spatina
Künstler / gelernter Wasserinstallateur
Glasharfenspieler aus Wien (Österreich)

„Bis jetzt waren eigentlich alle begeistert von meiner Wassermusik – bis auf meine Mutter“, kündigte Petr Spatina seinen Auftritt bei „Das Supertalent“ an. Geboren und aufgewachsen als Sohn einer Bauernfamilie in der ehemaligen Tschechoslowakei, besuchte Petr zunächst die Schule in dem kleinen Städtchen Halemkovic, ehe er im Anschluss eine Ausbildung zum Wasserinstallateur machte. In diesem Beruf arbeitete er auch bis 1989. Im Alter von 16 Jahren reiste er erstmals nach Wien und entschied sich hier, seinen Lebensunterhalt zukünftig mit Musik zu verdienen: Zunächst als Straßenmusiker und mit seinem Akkordeon. Seine Glasharfe entdeckte er aus Zufall – aus Altglas. In den letzten 15 Jahren hat er das Glasharfenspiel perfektioniert: 33 mit Wasser gefüllte Gläser brachte der Musiker bei seinem Castingauftritt zum Singen und wird dabei an der Gitarre von seinem guten Freund, dem Gitarrenlehrer Antonin Vilis (34) begleitet. Gemeinsam brachten Petr und Antonin das Publikum und die Jury zum Staunen mit ihren Interpretationen der Titelmelodie von „Forrest Gump“, „Ein kleiner grüner Kaktus“ und einer brasilianischen Salsa. „Ich habe schon oft so etwas gesehen, aber bisher nie eine Melodie gehört. Heute habe ich jede Melodie erkannt; ich fand es sehr, sehr schön“, urteilte Bruce Darnell. Sylvie van der Vaart stellte fest: „Du hast mit sehr viel Liebe und Hingabe gespielt. Dass man das mit Gläsern machen kann: Ein super Sound.“ Und Chef-Juror Dieter Bohlen lobte den Auftritt: „Fantastisch. Das ging ans Herz! Und du warst der beste Gitarrist, den ich in dieser Staffel gesehen habe.“ Das Publikum krönte den Auftritt der sichtlich gerührten Musiker mit minutenlangen Applaus und Standing Ovations. Petrs nächstes Ziel: Das Finale von „Das Supertalent“.

Ramona Fottner
Realschülerin
Sängerin aus Geisenfeld (Bayern)

„Ich will Sängerin werden, wenn ich erwachsen bin. Weil ich das Singen liebe.“ Ganz klar hat Ramona dieses Ziel vor Augen. Und bekommt dabei auch tatkräftige Unterstützung von Mutter Diana (40), Vater Robert (42) und ihrem jüngeren Bruder Daniel (13). „Wenn ich Ramona singen höre, kommen mir die Tränen, das gebe ich gerne zu“, so der stolze Vater. Doch ein kleines Problem könnte ihr bei dem Traum von der Karriere auf der großen Bühne noch im Weg stehen: „Wenn ich die Bühne betrete, werde ich bestimmt ohnmächtig. Ich habe Angst, dass ich keinen Ton rausbringe“, fürchtet Ramona. Und tatsächlich: Als die Realschülerin die Supertalent-Bühne betrat, sah zunächst alles danach aus als würden die enorme Nervosität und Schüchternheit ihr den Auftritt vermasseln. Doch dann erklangen die ersten Takte von „Run“ und Ramona konnte mit dem Hit ihres Vorbildes Leona Lewis die Jury überzeugen. Bruce Darnell fand ihren Auftritt „perfekt“, Sylvie van der Vaart urteilte: „Ich bin so froh, dass du zum Casting gekommen bist“, und Dieter Bohlen lobte: „Sie war exorbitant gut.“ Einziger Kritikpunkt: Ihm fehlte es noch an Persönlichkeit. Die Chance, Dieter vom Gegenteil zu überzeugen, erhält Ramona nun im Halbfinale. Sollte die 15-jährige Schülerin, den Wettbewerb in diesem Jahr gewinnen, würde sie shoppen gehen, den Garten zu Hause neu anlegen und den Rest für ihr Studium sparen.

Robert Maaser
Sportstudent
Akrobat aus Strausberg (Brandenburg) und Leverkusen (NRW)

Robert hat eine Leidenschaft für außergewöhnliche Sportarten: Turnen, Rhönrad, Trampolin – und träumt davon, einmal bei den olympischen Spielen teilzunehmen. Kein Wunder also, dass der 20-Jährige sagt: „Ohne Sport kann ich mir mein Leben nicht vorstellen.“ Beim Casting überzeugte er die Jury in einem schwarz-weißem Outfit und Make-Up mit seinem Cyr, welches dem Rhönrad sehr ähnlich ist, jedoch nur aus einem Rad besteht. „Hinter der Maske und dem Kostüm kann man sich ganz gut verstecken und Sachen ausprobieren, die man sich sonst vielleicht nicht trauen würde“, so Robert.
Mit seinem Auftritt begeisterte der Sportstudent sowohl die Jury als auch das Publikum. Bruce Darnell kommentiert seinen Auftritt schlicht mit den Worten „es hat alles gestimmt; Wahnsinn“, auch Sylvie van der Vaart war begeistert und Dieter Bohlen nannte es „Harmonie pur“. Das Publikum krönte seinen Auftritt schließlich noch mit Standing Ovations.
Für den ehrgeizigen Robert, der im Alter von drei Jahren mit dem Kunstturnen und im Alter von neun Jahren mit dem Rhönrad begonnen hat, war es ein schönes Lob für seine harte Arbeit – denn beim Casting ist er angetreten, um zu gewinnen. „Das wäre das Größte.“ Sollte Robert „Das Supertalent“ 2010 werden, würde er mit dem Gewinn nach China reisen, um sein Traumland zu entdecken.