Moderatorin Anne Will führt durch den Sonntagstalk im Ersten.
© NDR/Wolfgang Borrs

Heute Abend geht es bei Anne Will um das Thema „Chemnitz und die Folgen“ und sie begrüßt Michael Kretschmer, Petra Köpping, Wolfgang Thierse, Olaf Sundermeyer und Serdar Somuncu im Studio.

Ausländerfeindliche Ausschreitungen nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen Deutschen, eine überforderte Polizei und andauernde Demonstrationen – Chemnitz kommt nicht zur Ruhe. Sachsens Landesregierung sucht den Dialog mit den Chemnitzern, warnt vor pauschalen Verurteilungen und will entschiedener gegen Rechtsradikalismus vorgehen.

Hat die sächsische Landesregierung die gewaltbereite, rechtsextreme Szene unterschätzt? Haben die Politiker angemessen auf Sorgen und Proteste aus der Bevölkerung reagiert? Und was ist jetzt von Politik und Zivilgesellschaft gefordert?

 

Die Gäste heute Abend

Michael Kretschmer (CDU)
Ministerpräsident von Sachsen

Kurzbiografie: Geboren am 7. Mai 1975 in Görlitz, Ausbildung zum Büroinformationselektroniker, später Studium an der HTW Dresden. 1991 wird er Mitglied der CDU. Von 1994 bis 1999 ist Kretschmer Stadtrat in Görlitz; 2003 wird er Mitglied im Landesvorstand der CDU Sachsen und amtiert von 2005 bis 2017 als deren Generalsekretär. 15 Jahre lang ist Kretschmer Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort ist er von 2009 bis 2017 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit Dezember 2017 amtiert Kretschmer als Landesvorsitzender der Sächsischen Union sowie Ministerpräsident von Sachsen.

Wolfgang Thierse (SPD)
Ehemaliger Bundestagspräsident

Kurzbiografie: Geboren am 22. Oktober 1943 in Breslau. Lehre und Arbeit als Schriftsetzer in Weimar, 1964 bis 1969 Studium in Berlin an der Humboldt-Universität, wo er anschließend als wissenschaftlicher Assistent arbeitet. Von 1975 bis 1976 ist Thierse Mitarbeiter im Ministerium für Kultur der DDR, von 1977 bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Thierse ist bis zur Wiedervereinigung parteilos und engagiert sich 1989 in der Bürgerbewegung Neues Forum. Anfang Januar 1990 tritt er in die SPD ein und wird im Juni zum Vorsitzenden der SPD der DDR gewählt. Auf dem Vereinigungsparteitag der SPD wird Thierse im September 1990 zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt und bleibt dies bis 2005. Von 1998 bis 2005 ist er zudem Präsident des Deutschen Bundestags und wird nach dem Ausscheiden aus diesem Amt zum Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags gewählt. Das Amt hat er bis 2013 inne.




Petra Köpping (SPD)
Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Kurzbiografie: Geboren 1958 in Nordhausen (Thüringen), Studium der Staats- und Rechtswissenschaften in Potsdam, 1986 tritt Köpping in die SED ein, im Juni 1989 verlässt sie die Partei – als Bürgermeisterin von Großpösna (Kreis Leipzig). Das Amt hat sie nur kurz inne. Nach der Wende arbeitet sie vier Jahre lang als Außendienstmitarbeiterin der DAK. 1994 wird sie erneut Bürgermeisterin (parteilos) von Großpösna und anschließend Landrätin im Landkreis Leipziger Land. 2002 tritt sie in die SPD ein und steigt bis zur stellvertretenden Landesvorsitzenden auf. 2009 zieht Köpping in den Sächsischen Landtag ein. Seit 2014 ist sie Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Köpping reist regelmäßig durch Sachsen, um sich ein eigenes Bild von der Unzufriedenheit der Menschen zu machen.

Serdar Somuncu
Kabarettist und Autor

Kurzbiografie: Geboren am 3. Juni 1968 in Istanbul, seine Eltern arbeiten in den 70er Jahren als Gastarbeiter in Deutschland. Somuncu absolviert ein Musik- Schauspiel- und Regiestudium in Maastricht und Wuppertal. Er inszeniert mehr als 100 Theaterstücke, steht selbst auf der Bühne und vor der Kamera. Mitte der 1990er Jahre beginnt Somuncu mit kontroversen Lesungen, unter anderem auch aus Hitlers „Mein Kampf“. Zudem entwickelt er eigene Comedy-Programme. Oft hat Somuncu TV-Auftritte, u.a. in der „heute-show“. Im Oktober 2015 geht er mit seiner Show „So! Muncu“ auf n-tv auf Sendung. Seit 2016 moderiert er „Die blaue Stunde“ auf radioeins. Somuncu ist zudem Autor mehrerer Buchveröffentlichungen.

Olaf Sundermeyer
Journalist und Rechtsextremismus-Experte

Kurzbiografie: Geboren 1973 in Dortmund, Journalistik-Studium in Dortmund, Volontariat bei der „Hessische Niedersächsische Allgemeine“ in Kassel. Anschließend Arbeit als Freier Journalist für verschiedene Zeitungen und Radiosender. 2004 wechselt er als Radioreporter zum RBB nach Frankfurt (Oder). Seit 2012 ist Sundermeyer Investigativ-Redakteur beim RBB. Er ist außerdem Autor mehrerer Bücher und Filme u.a. über Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Deutschland..

„Anne Will“ heute Abend um 21:45 Uhr in der ARD

 
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