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access_time 13. Juni 2018
MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „WM in Russland: Stresstest für den Fußball?“ und diese Gäste sind im Studio: Claudia Roth, Reinhold Beckmann, Toni Schumacher, Fritz Pleitgen, Marlene Lufen und Markus Merk.

Besorgte Polit-Debatten begleiten die Vorfreude auf die Fußball-WM, die am Donnerstag beginnt: Gerade erst hat Bundeskanzlerin Merkel ihre harte Haltung gegenüber Russland bekräftigt und will an Sanktionen festhalten. Wird nun Kreml-Chef Putin das Turnier für seine Zwecke politisch nutzen, und sollte die deutsche Bundeskanzlerin während des Turniers nach Russland reisen? Auch die Diskussion um die vermeintlichen Wahlwerbefotos von Özil und Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan reist mit ins deutsche WM-Lager. Aber gehen die Pfiffe der deutschen Fans beim letzten Länderspiel zu weit? Oder werden ab Donnerstag doch nur noch Fußballfragen debattiert: „Hält der Fuß von Manuel Neuer?“ oder einfach „Wird Deutschland Weltmeister?




Die Gäste heute Abend

Claudia Roth, B’90/Grüne (Bundestagsvizepräsidentin)

„Die Weltmeisterschaft hätte nicht nach Russland gegeben werden dürfen“, kritisiert die ehemalige Grünen-Chefin. Nun wünscht sich Claudia Roth von den Nationalspielern, in Russland „Gesicht zu zeigen“. Denn Fußball lasse sich nicht von Politik trennen: „Es ist wichtig, auf den Unterschied zwischen einer Demokratie und einer De-facto-Diktatur hinzuweisen.“ Scharf kritisiert die Bundestagsvizepräsidentin den Weltfußballverband: „Die Fifa will ihre Regeln durchdrücken, egal wie hoch der Preis für Demokratie und Menschenrechte ist.“

Reinhold Beckmann (Sportmoderator)

Der ehemalige „Sportschau“-Moderator ist enttäuscht von den Fotos der Nationalspieler Özil und Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Gerade Gündogan habe er in persönlichen Interviews als sehr reflektiert erlebt. „Die Jungs sind schlecht beraten gewesen und haben Bockmist gebaut“, sagt der Journalist. Dennoch stünden auch sie weiterhin für das Bild der „Mannschaft“, die ein multikulturelles Deutschland zeige. Frankreich und Spanien sind für Reinhold Beckmann die ersten Anwärter auf den Titel. Die deutsche Mannschaft, warnt der langjährige Fußballkommentator, könnte nach dem Titelgewinn 2014 zu satt sein.

Toni Schumacher (ehem. Nationaltorwart)

Der zweimalige Vize-Weltmeister hält nichts von der Instrumentalisierung von Sportlern durch die Politik: „Ich habe bei den großen Turnieren für die Zuschauer gespielt und nicht für Regierungschefs.“ Die Kritik an Jogi Löw kann der Vizepräsident des 1. FC Köln nicht nachvollziehen: „Ich bin Fan vom Bundestrainer.“ Die Entscheidung, Manuel Neuer als Nummer 1 zu nominieren, hält er für richtig. „Er hat gespielt und man sieht, er kann es und ist fit“, sagt Toni Schumacher, der als einer der weltbesten Torhüter aller Zeiten gilt.

Fritz Pleitgen (Journalist)

„Ich habe mich gefreut, dass Russland die WM bekommen hat“, sagt der ehemalige WDR-Intendant. Dass Putin mit dem Sportereignis das Image Russlands verbessern wolle, sei völlig legitim. „Das haben wir Deutschen 2006 ja auch gemacht“, meint Fritz Pleitgen, der von 1970 bis 1977 Korrespondent der ARD in Moskau war. „Wenn die WM ohne Rechtsbrüche abläuft, sollte Putin dafür gelobt werden.“ Der 80jährige, der seine journalistische Karriere als Sportreporter begann, hofft neben einem fünften WM-Titel für Deutschland auf eine neue Annäherung an Russland und ein Ende der EU-Sanktionen gegen das Gastgeberland.

Marlene Lufen (Fernsehmoderatorin)

„Das WM-Fieber hat sich bisher noch nicht richtig eingestellt“, beobachtet die Sat-1-Moderatorin. Das liege weniger an Russland, sondern daran, dass sich die Zeiten in Deutschland seit 2006 geändert hätten: „Anders als beim Sommermärchen haben wir heute ein Problem mit uns und dem Zusammenleben hier in Deutschland.“ Das übertrage sich auf die WM-Stimmung. Dennoch freut sich die Berlinerin auf das Turnier und verteidigt Jogi Löw gegen Kritik: „Niemand kennt die Spieler so wie er. Er wird für jede Entscheidung seine Gründe gehabt haben.“

Markus Merk (ehemaliger Schiedsrichter)

Der dreifache FIFA-Weltschiedsrichter spricht sich seit langem für den Videobeweis aus, da dieser für mehr Gerechtigkeit auf dem Spielfeld sorge. „Es war in den letzten Jahren teilweise ein Wahnsinn, in welchen medialen Fokus wir gedrückt wurden. Die ganze Nation ist bei Fehlentscheidungen über den Schiedsrichter hergefallen“, sagt Markus Merk. Der Videobeweis sei eine „Revolution im Fußball“, für den Spieler, Unparteiische und Zuschauer Lernprozesse in Kauf nehmen müssten. Eine hundertprozentige Gerechtigkeit, so der 56-Jährige, könne es allerdings nie geben.

Wiederholungen der Sendung

Do, 14.06.18 | 03:25 Uhr | Das Erste
Do, 14.06.18 | 08:05 Uhr | WDR
Do, 14.06.18 | 21:02 Uhr | tagesschau24
Fr, 15.06.18 | 02:00 Uhr | MDR
Sa, 16.06.18 | 23:15 Uhr | 3sat

Über Sandra Maischberger

Sandra Maischberger ist eine der glaubwürdigsten und beliebtesten Fernsehjournalistinnen Deutschlands.

Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises lobte sie für ihre Fähigkeit, „die Persönlichkeit der Interviewten ohne Indiskretion und Tabubrüche darzustellen“. Neugier und Intelligenz gepaart mit Unnachgiebigkeit und journalistischem Instinkt prägen auch ihre Moderationen, Reportagen und Dokumentationen, in denen Sandra Maischberger Themen kompetent, kritisch und klar auf den Punkt bringt. „Journalismus ist meine Berufung“, sagt sie, „denn Journalismus ist für mich lebenslanges Lernen“.

Und gelernt hat sie viel, seit sie 1989 ihre ersten Erfolge mit der Jugendsendung „Live aus dem Schlachthof“ (Bayerisches Fernsehen) feierte. 1991 folgte „Talk im Turm“ (Sat.1) mit Erich Böhme, bevor sie 1992 durch ihre erste tägliche Interviewsendung, „0137“ (Premiere), führte. Von 1993 bis 1994 moderierte und konzipierte sie das wöchentliche Format „Spiegel TV Interview“ (Vox).

1995 machte sie eine achtmonatige Weltreise. Im Jahr darauf moderierte sie für SPIEGEL TV die Sendung „Freitag Nacht“ (Vox). Es folgten „Greenpeace TV“ (RTL) und Arbeiten für das ZDF, den WDR und den Bayerischen Rundfunk.

Im Januar 2000 startete sie mit ihrer preisgekrönten Talkshow „Maischberger“ (n-tv). 2002 drehte sie die viel beachteten Dokumentationen „‚Dr. Wedel und Mr. Hyde‘ – der Regisseur der Affäre Semmeling“ (ZDF) und „Es ist 20 Uhr … – Die Tagesschau wird 50!“ (NDR/WDR).

Im Zuge der Bundestagswahl 2002 moderierte sie gemeinsam mit Peter Kloeppel die Polit-Talk-Reihe „Im Kreuzfeuer“ (RTL). Seit 2003 prägt sie das ARD-Talkformat „Menschen bei Maischberger“ (heute: „Maischberger“).

„Maischberger“ heute Abend um 21:45 Uhr in der ARD

 
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Über den Autor

Sebastian Heide

Schon immer TV- und Serien-Fan. Seit Oktober 2009 betreibe ich die Internetseite STARSonTV. Ab 2006 leitete ich das größte Forum Europas der Serie "Queer as folk". Bis 2007 leitete ich das größte, deutsche Serienforum "Serien Forum Central".

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