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access_time 13. Dezember 2017 chat_bubble_outline 0 Kommentare
MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger in ihrer Sendung mit dem Thema „Panikjahr 2017: Besser als befürchtet?“ und das sind die Gäste im Studio.

Anfang des Jahres fürchteten viele politische Beobachter ein schwarzes Jahr: Nichts weniger als „Das Ende der Welt“ erwartete der „Spiegel“ mit dem Antritt des neuen US-Präsidenten. Die EU schien vor dem Zerfall zu stehen, drohten doch Wahlerfolge von Le Pen und Wilders.

Am Jahresende ist der Weltuntergang ausgeblieben. Waren die Sorgen unbegründet? Wie fällt die politische Bilanz aus: Ist Trump trotz seiner Drohungen wie gegen Nordkorea doch keine Gefahr für die Welt? Sind die Populisten trotz der Wahlerfolge der AfD wirklich auf dem Rückzug?

Und haben die Volksparteien ausgedient, auch wenn Union und SPD wieder eine Regierung bilden könnten?




Die Gäste heute Abend

Peter Hahne
Der langjährige ZDF-Moderator geht mit der deutschen Politik hart ins Gericht und zieht für 2017 eine negative Bilanz. „Die Politiker der Volksparteien haben am Volk vorbeiregiert. Die Wähler fühlen sich zu Recht vernachlässigt“, sagt der Bestsellerautor mit Blick auf den Erfolg der AfD. So lange gerade die Union nicht auf die wahren Sorgen der Bürger reagiere, werde die AfD weiter zulegen. Außerdem glaubt Peter Hahne, dass US-Präsident Donald Trump auf dem Weg in eine zweite Amtszeit ist: „Den US-Präsidenten wählt nicht das deutsche Feuilleton, sondern das amerikanische Volk.“

Olivia Jones
„Die Ehe für alle ist für mich das Ereignis des Jahres“, sagt Olivia Jones. „Sie war längst überfällig.“ Deutschlands bekannteste Dragqueen ist überzeugt davon, dass noch lange nicht alles erreicht ist. „Es gibt weiterhin Ausgrenzung und Gewalt gegen Schwule und Lesben“, kritisiert die Hamburgerin, die als grüne Delegierte bei der Präsidentenwahl für Frank-Walter Steinmeier stimmte. In vielen Teilen der Gesellschaft sei Toleranz noch nicht angekommen. Sorgen macht sich Olivia Jones vor allem wegen der AfD, die 2017 in den Bundestag eingezogen ist: „Ich habe Angst vor der AfD, weil sie Hass sät. Das formt eine Gesellschaft und enthemmt sie.“

Günter Wallraff
Für den bekanntesten Enthüllungsjournalisten Deutschlands spitzten sich die Konflikte 2017 im In- und Ausland bedenklich zu. Den Aufstieg der AfD in den Bundestag hält er für brandgefährlich: „Die anderen Parteien müssen sich wehrhaft mit ihr auseinandersetzen.“ Vor allem die SPD benötige neue Antworten. In der Türkei engagiert sich der Erdogankritiker Günter Wallraff für inhaftierte Journalisten, fliegt nächste Woche etwa zum Prozess der deutschen Mesale Tolu nach Istanbul.

Sophia Thomalla
Angela Merkels schillerndste Unterstützerin machte Wahlkampf für die Bundeskanzlerin, die sie als bodenständige Politikerin schätzt. „Weil wir eine Frau an der Spitze der Politik haben, brauchen wir keine Frauenquote“, glaubt die Schauspielerin. Sie kritisiert die #metoo-Kampagne in den sozialen Medien, bei der seit Oktober Frauen und Männer Sexismus und sexuelle Gewalt anprangern. Sophia Thomalla findet die Debatte übertrieben, weil sie Frauen zu Opfern mache. „Wer als Frau ständig gegen Sexismus wettert, hat offenbar noch nie ein Kompliment bekommen“, meint die 28-Jährige, die sich als Feministin bezeichnet.

Astrid Frohloff (ARD-Fernsehjournalistin)
„Das war ein sehr turbulentes Jahr“, sagt die Moderatorin des ARD-Politmagazins „Kontraste“, die in ihrer Sendung von allen innenpolitischen Top-Ereignissen des Jahres berichtet hat. Sie warnt vor einer trügerischen Ruhe in Deutschland. „Es geht uns unfassbar gut, aber wir müssen uns auf große Herausforderungen beim Thema Bildung und Digitalisierung einstellen. Wenn wir die Weichen jetzt nicht stellen, verpassen wir den Anschluss“, sagt Astrid Frohloff. Die ehemalige Korrespondentin in Jerusalem beobachtet zudem die Entwicklung im Nahen Osten mit Sorge und sieht insbesondere die Rolle der Präsidenten Trump und Erdogan kritisch.

Markus Feldenkirchen
Mit der „Schulz-Story“ gelang ihm die politische Reportage des Jahres. Dafür begleitete Markus Feldenkirchen den SPD-Kanzlerkandidaten im Wahlkampf und beobachtete Höhenflug und Absturz des Politikers. Der Journalist sagt: „Der Schulz-Hype war real, weil viele Bürger Sehnsucht nach einer Alternative zu Angela Merkel hatten.“ Aber im Wahlkampf 2017 habe sich gezeigt, dass die sozialdemokratische Idee offenbar ausgedient hat, glaubt der „Spiegel“-Autor. Dennoch wünscht er sich „eine selbstbewusste und ehrgeizige SPD“ in einer Großen Koalition.

„Maischberger“ heute Abend um 23:45 Uhr in der ARD

 
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