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Aaron Rufer als „Jamal Bakkoush" in der ARD-Serie "Lindenstraße".

© WDR/Steven Mahner

Moderator Marcel Schenk trifft regelmäßig Schauspieler/innen vom Ensemble der ARD-Kultserie „Lindenstraße“ zum Gespräch. Und hier kann alles nachgelesen werden.

Folge 10: Aaron Rufer als „Jamal Bakkoush“

Marcel Schenk: Hallo Aaron, schön, dich zu sehen. Du wirkst voller Tatendrang.

Aaron Rufer: Hey Marcel, danke. Mir geht es richtig gut.

Marcel Schenk: Stimmt es, dass du tatsächlich in einer Münchener Lindenstraße gewohnt hast?

Aaron Rufer: Stimmt. Als Kleinkind lebte ich mit meinen Eltern bei meinen Großeltern. Deren Haus steht in einem Vorort von München in einer real existierenden Lindenstraße.


Marcel Schenk: Es war aber nicht auch noch zufällig die Hausnummer 3, so wie jetzt in der Fernsehserie?

Aaron Rufer : (lacht) Nein, so viele Zufälle gibt es wohl doch nicht…

Marcel Schenk: Wann bist du mit der „Lindenstraße“ im TV zum ersten Mal in Berührung gekommen?

Aaron Rufer: Sehr früh. Ich bin da noch in den Kindergarten gegangen. Meine Oma hat jede Woche die „Lindenstraße“ angeschaut, und dadurch war ich bereits als kleiner Junge mit der Serie vertraut.

Marcel Schenk: Hast du damals schon Ambitionen gehabt, Schauspieler zu werden und vielleicht dann auch eines Tages in der „Lindenstraße“ zu drehen?

Aaron Rufer: Ich wollte schon immer Schauspieler werden. Meine ersten Versuche waren Aufführungen im Kindergarten. Seitdem stand mein Wunsch fest. Konkret an die „Lindenstraße“ hatte ich damals aber nicht gedacht.

Jamal Bakkoush (Aaron Rufer) flieht mit seinen Eltern Neyla und Yussuf aus seiner Heimat Tunesien. (© GFF/WDR)

Marcel Schenk: Du bist hier am Drehort der „Neue“. Wie bist du im Kreis deiner „Lindenstraße“-Kolleginnen und Kollegen aufgenommen worden?

Aaron Rufer: Alle sind super lieb zu mir! Ich kann mich hier weiterentwickeln und viel lernen. Besonders meine Filmmutter Dunja Dogmani („Neyla Bakkoush“) hilft mir sehr, z.B. beim Lernen der arabischen Drehbuchpassagen, und bringt mir die korrekte Aussprache bei.

Marcel Schenk: Du hattest vorher keine Sprachkenntnisse in Arabisch? Es klingt bei „Jamal“ für mich als Zuschauer alles so natürlich…

Aaron Rufer: Danke, bevor ich in die „Lindenstraße“ kam, konnte ich jedoch kein Arabisch. Ich übe jetzt regelmäßig die Betonung spezieller Wörter und den Sprachfluss. Dunja ist eine prima Lehrerin in diesem Fall.

Marcel Schenk: Hast du deinen Serienvorgänger Mohamed Issa kennenlernen können?

Aaron Rufer: Ich habe mir in der Vorbereitung auf die Rolle alle „Lindenstraße“-Episoden mit ihm angesehen, aber ich habe ihn nicht persönlich getroffen.

Marcel Schenk: Hast du schon Zuschauerfeedback für deine Darstellung des „Jamal“ erhalten?

Aaron Rufer: Ich lese in einigen öffentlichen Foren zur Serie und kann nachvollziehen, dass man sich als Fan der „Lindenstraße“ erst an ein neues Gesicht gewöhnen muss. Ich gebe mein Bestes und wünsche mir, dass ich die ZuschauerInnen als „Jamal“ überzeugen kann.

Aaron Rufer mit Greta Short (© GFF/WDR)

Marcel Schenk: Wie siehst du „Jamal“? Wie würdest du ihn beschreiben?

Aaron Rufer: „Jamal“ möchte sich in Deutschland integrieren. Als Zuschauer erlebt man, wie er nach und nach mit der Situation besser klarkommt. Vieles ist anders als in seiner Heimat. Am Anfang war „Jamal“ eher introvertiert, aber jetzt kommt er immer mehr aus sich heraus und geht auf andere Menschen zu.

Marcel Schenk: Bist du mit dem Thema Flüchtlinge auch selbst schon in Kontakt gekommen?

Aaron Rufer: Ja. Ich habe einen Freund im Bekanntenkreis, der vor einigen Jahren aus Syrien geflüchtet ist.

Marcel Schenk: Du bist einigen ZuschauerInnen auch aus einer anderen Serie bekannt, du standest für das RTL2-Format „Köln 50667″ vor der Kamera. Die Serie zählt zur Kategorie „Scripted TV“, dort wurde der Text vermutlich oft improvisiert, statt auf den Punkt auswendig gelernt. War es eine große Umstellung für dich, bei der „Lindenstraße“ mit vorgegebenen Drehbuchtexten zu arbeiten?

Aaron Rufer: Ich mag gerne festgelegte Dialoge für mich als Schauspieler. Improvisieren, also das freie Sprechen, hat auch seinen Reiz, aber mir gefallen die Anforderungen bei der „Lindenstraße“ sehr. Hier kann ich mich entwickeln und muss mir viel mehr einprägen. Das macht Spaß.

Marcel Schenk: Wie lernst du deine Texte? Hast du dazu ein eigenes Ritual?

Aaron Rufer: Dunja Dogmani hat mir ein Ritual mit auf den Weg gegeben: Ich lerne zuerst Wort für Wort den reinen Text, ohne Gefühle ins Spiel zu bringen. Im zweiten Schritt folgen dann die Betonungen einzelner Wörter. Damit lege ich Emotionen in den Dialog hinein und bringe so zum Ausdruck, wie „Jamal“ in dieser Szene fühlt.

Marcel Schenk: Was ist für dich das Schönste am Beruf des Schauspielers?

Aaron Rufer: Immer wieder jemand anders sein zu können. Immer neue Rollen zu verkörpern und sich in sie hinein zu fühlen. Dadurch wird der Beruf nie langweilig und ist immer wieder eine Herausforderung.

Aaron Rufer mit Dunja Dogmani (© GFF/WDR)

Marcel Schenk: Du wohnst jetzt in Köln, hast zuvor in München, Berlin und Hamburg gelebt. Aber du bist nicht nur in Deutschland fleißig herumgekommen, du hast schon viel von der Welt gesehen…

Aaron Rufer: Ja, ich habe mit meiner Familie schon in Australien, Argentinien und Portugal gelebt.

Marcel Schenk: Gibt es noch ein Traumziel auf der Welt für dich?

Aaron Rufer: (lacht) Also wenn ich in Rente gehe, dann möchte ich auf die Philippinen. Aber das hat ja noch ein wenig Zeit…Vorher möchte ich als großer Anime-Fan auf jeden Fall auch noch nach Japan!

Marcel Schenk: Wie verbringst du deine Freizeit?

Aaron Rufer: Ich schaue mir gerne Serien an, unternehme viel mit meinen Freunden, und inzwischen schaffe ich es auch wieder regelmäßig ins Fitnessstudio. Außerdem spiele ich Schach und Basketball und habe mit einigen aus meiner Clique das YouTube Clipformat Haus 9 geschaffen.

Marcel Schenk: Ich merke schon, dir wird es definitiv nicht langweilig. Eine letzte Frage noch zu deiner Serienrolle. Wärst du privat mit „Jamal Bakkoush“ befreundet? Und wenn ja – warum?

Aaron Rufer: Ja! Mein ganzer Freundeskreis ist sehr bunt gemischt. Wir kommen aus verschiedenen Ländern, jeder hat seine eigene Mentalität. „Jamal“ würde gut zu uns passen.

Marcel Schenk: Ich danke dir für das Gespräch!

Aaron Rufer: Gerne. Ich danke dir! Bis zum nächsten Mal!

INFO


Aaron Rufer
Rolle: „Jamal Bakkoush“
In der „Lindenstraße“ seit: Folge 1633 (2017)
Aaron Rufer wurde 1995 in München geboren. Er ist deutsch-spanisch-philippinischer Abstammung und wuchs in einem Vorort von München auf. Mit 18 Jahren zog er zunächst nach Berlin und dann nach Köln. In Köln stand er 2015/2016 in einer durchgehenden Hauptrolle für die RTL2-Serie „Köln 50667″ vor der Kamera.

 
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