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access_time 21. Juni 2017 chat_bubble_outline 0 Kommentare
Martin Walde als „Marek / Sunny Zöllig“ in der ARD-Serie "Lindenstraße"

© WDR / Steven Mahner

Moderator Marcel Schenk trifft regelmäßig Schauspieler/innen vom Ensemble der ARD-Kultserie „Lindenstraße“ zum Gespräch. Folge 5: Martin Walde als „Marek / Sunny Zöllig“.

Marcel Schenk: Hallo Martin, schön, dass du nach dem Dreh noch Zeit für ein Interview hast.

Martin Walde: Hallo Marcel, gerne.

Marcel Schenk: Du bist noch relativ neu in der „Lindenstraße“, hast aber eine der aktuell spannendsten Rollen. War dir von Anfang an klar, dass du mit deiner Rolle als „Sunny Zöllig“ bei vielen Fans so stark polarisieren würdest?

Martin Walde: Ehrlich gesagt: Nein. Ich wusste zwar von Anfang an, worauf ich mich mit dieser Rolle einlasse, aber dass „Sunny“ solche Wellen schlagen wird, speziell auch auf Facebook, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich habe viele Kommentare der ZuschauerInnen dort gelesen, es geht von „zerschmetternd“ bis „unterstützend“.

Marcel Schenk: Sind dir einige Kommentare besonders in Erinnerung?

Martin Walde: Ich bin sehr stolz darauf, dass mir über die sozialen Netzwerke drei Transfrauen schreiben. Sie unterstützen mich insofern, als dass sie sagen, sie erleben ihre Lebensgeschichte durch „Sunny“ nochmal, und ich bin sehr dankbar, dass ich diese Frauen auch nach Tipps fragen darf! Es ist ein richtiges „Geben und Nehmen“ zwischen uns, das ist sehr cool. Mir wurde erst durch die Reaktionen auf „Sunny“ bewusst, wie traurig es doch eigentlich ist, dass noch immer viele Menschen sagen: „So etwas wollen wir nicht sehen“. Umso wichtiger ist es dann für eine Serie wie „Lindenstraße“, auch mit solchen Rollen und deren Geschichten aufklären zu können.

Marcel Schenk: Deine Rolle ist sicherlich sehr vorbereitungsintensiv. Wie hast du dich in die Transgender-Storyline eingearbeitet?

Martin Walde: Ich habe Anfang 2016 begonnen, für die „Lindenstraße“ zu drehen, die ersten Monate in der Rolle als „Marek Zöllig“. Den „Marek“ darzustellen war nicht so schwer, auch wenn ich zuvor immer eher für Macho-Typen besetzt worden bin und jetzt mehr Gefühle und Verletzlichkeit zeigen musste. Ich habe aber bereits in der Männer-Rolle begonnen, mich auf „Sunny“ vorzubereiten. Mit Fachliteratur und Dokumentationen wurde ich seitens der Produktion unterstützt, konnte mich damit „Sunny“, ihren Gefühlen und der anfänglichen Zerrissenheit dieser Figur annähern. Durch das viele Lesen habe ich festgestellt: Ich kann nichts falsch machen, denn jeder Betroffene erlebt die Situation für sich individuell anders. Ich musste mich hier also fragen, wie ich selbst als „Sunny“ reagieren, denken und handeln würde. Dies ist aber nicht nur reinweg eine Vorbereitung auf die Rolle, sondern vielmehr als permanente Arbeit zu sehen. Ich lese noch immer entsprechende Literatur, übe das Gehen auf hohen Absätzen, werde im Schminken langsam immer sicherer und stelle mehr und mehr fest: Es macht riesigen Spaß, eine Rolle zu verkörpern, die sehr weit von mir selbst entfernt ist, denn das ist eine echte schauspielerische Herausforderung – und dafür bin ich sehr dankbar.

Marcel Schenk: Hast du im Zuge der Vorbereitung auch persönlichen Kontakt zu einer Transfrau gehabt?

Martin Walde: Ja, die Produktion hat mir einen Kontakt vermittelt, und ich konnte diese Transfrau dann bei uns am Produktionsort treffen. Sie erzählte mir vom Gefühlschaos in ihrer Jugend und wie es sich anfühlt für eine Betroffene. Das hat mir sehr geholfen und die Stunde, die ich mit ihr sprach, verging wie im Flug. Später kam dann die Story rund um „Viktoria“, die von der transsexuellen Tänzerin, Sängerin, Moderatorin und Schauspielerin Zazie de Paris gespielt wurde. Auch mit ihr konnte ich mich in Gesprächen abseits des Drehs prima austauschen.

Marcel Schenk: Kanntest du die „Lindenstraße“ schon von früher- aus Zuschauerperspektive?

Martin Walde: Ich kannte die „Lindenstraße“ als feste Institution im TV-Programm, als längste deutsche Serie. Ich wusste, wer „Helga Beimer“ ist. Aber das war es dann auch schon. Gesehen hatte ich die „Lindenstraße“ nicht. Als mein Casting bevorstand, habe ich mir alte „Lindenstraße“-Folgen in der Mediathek angeschaut, wollte wissen, wer mit wem liiert ist und welche Skandalthemen es in der Serie gegeben hatte etc. Dabei wurde mir schnell klar, dass die „Lindenstraße“ auch gesellschaftspolitisch Stellung bezieht und nun darf ich Teil dieser Serie sein.


Marcel Schenk: Schaust du dir selber gerne im Fernsehen zu, oder bist du zu selbstkritisch? Ändern kannst du die gesendeten Szenen ja nicht mehr….

Martin Walde: Ändern kann ich zwar nichts mehr, aber ich kann mich erinnern, wie ich mich in den Szenen gefühlt habe und überprüfen, ob dieses Gefühl auch letztlich zu dem passt, was ich als Zuschauer sehe. Deshalb schaue ich mir die Folgen auch zu Hause nochmal an.

Marcel Schenk: Stand für dich schon als Kind der Weg zur Schauspielerei fest?

Martin Walde: Meine Mutter hat mir im Nachhinein gesagt, dass ich im Kindergarten unbedingt auf die Bühne wollte. Die Kindergärtnerin meinte wohl damals schon zu ihr, ich könne mich gut in andere Rollen hineinversetzen. Mir selbst war das nicht mehr so präsent, als ich gegen Ende der Grundschule in Richtung Anwalt als Traumberuf tendierte. Das war wohl meinem stark ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit geschuldet. Dieser Berufswunsch blieb bis zum Abitur bestehen, dann wollte ich mich bei der Bundeswehr verpflichten und Zeitsoldat werden. Dieser Wunsch hielt aber auch nicht lange an und ich fragte mich: „Was will ich?“. Eine Frage, die ich damals nicht wirklich beantworten konnte. Meine Mutter erzählte mir dann die Begebenheit aus dem Kindergarten und sagte auch, dass sie mich unterstützen würde, wenn ich die Schauspielschule ausprobieren wolle. Da ein klassischer Bürojob irgendwie unvorstellbar für mich schien, war das der Anfang meiner Schauspielerkarriere.

Marcel Schenk: Was machst du sonst noch gerne? Wo kann man dich antreffen abseits der „Lindenstraße“?

Martin Walde: Ich liebe Sport, habe das Thema für mich aber nun weitestgehend zurückgeschraubt. Der Grund ist: Kraftsport zeigt sich in Muskelmasse – und Muskelmasse ist für „Sunny“ nicht so passend im Zuge der Frauwerdung. Ansonsten liebe ich die Natur, bin gerne draußen und genieße es, zu joggen.

Marcel Schenk: Was ist schwieriger für dich ? Das elegante Laufen auf High Heels oder ein perfekt geschminkter Lidstrich? Das ist ja eine Frage, die kaum ein Mann beantworten kann – du kannst es…

Martin Walde: (lacht) Ich kann diese Frage nicht ganz perfekt beantworten, da ich für die Rolle nur lernen musste, den Lippenstift anzusetzen und ein wenig Rouge aufzutragen. Den Hauptteil übernehmen natürlich unsere Maskenbildnerinnen. Ich finde, unsere Maske leistet da wirklich Wunderbares! Ich könnte das niemals so lernen und denke, das Schminken ist eindeutig das Schwierigere (für mich). Wenn man seinen Körper einigermaßen kennt und beherrscht, wird man das Laufen auf High Heels früher oder später hinkriegen. Der Schwierigkeitsgrad hängt ja hier von der Höhe der Absätze ab. Ich habe zwei Paar High Heels von „Sunny“ in meiner Garderobe, die ich lieber nicht mehr trage. Die sind echt zu hoch gewesen (lacht).

Marcel Schenk: Vielen Dank für deine Zeit, lieber Martin.

Martin Walde: Ich danke dir!

INFO


Martin Walde
Rolle: „Marek / Sunny Zöllig“
In der „Lindenstraße“ seit: Folge 1580 (2016)

Martin Walde wurde 1987 in Dresden geboren und lebte dort bis zu seinem 20. Lebensjahr. Nach seinem Zivildienst zog es ihn nach Berlin, wo er die Schauspielschule besuchte. Martin, der privat die Natur liebt und gerne wandert, stand auch für die RTL-Soap „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ vor der Kamera und war 2016 im Dresdner Tatort „Der König der Gosse“ (Regie: Dror Zahavi) sowie im Kinofilm „Wo willst du hin, Habibi?“ (Regie: Tor Iben) zu sehen.

 
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