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MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Türken in Deutschland – immer noch Bürger 2. Klasse?“ und diese Gäste sind im Studio.

Der Integrationsstreit ist wieder voll entbrannt: Mehrheitlich haben die hier lebenden türkischen Wähler für Erdogans Verfassungsreform gestimmt. Lehnen sie tatsächlich Werte wie Meinungsfreiheit oder Gleichberechtigung ab, wenn sie einen Alleinherrscher unterstützen?

Fremdeln sie so stark mit ihrer Wahlheimat Deutschland? Sollten Türken mit Doppelpass den deutschen Ausweis zurückgeben, wie manche Politiker jetzt fordern? Oder ist die Mehrheitsgesellschaft mitverantwortlich dafür, dass viele türkische Mitbürger sich weiterhin benachteiligt und ausgegrenzt fühlen?

Die Gäste heute Abend

Julia Klöckner

Die CDU-Landeschefin von Rheinland-Pfalz unterstützt die Forderung nach einer kritischen Überprüfung des Doppelpasses, auch als Konsequenz aus dem türkischen Referendum. „Wir erleben jetzt Menschen, die von unserem freien, offenen Land profitieren, aber dem Regimeumbau in der Türkei zujubeln“, beklagt die stellvertretende CDU-Parteivorsitzende. „Eine geteilte Loyalität ist immer schwierig“, analysiert Julia Klöckner. Niemand solle glauben, dass mit der doppelten Staatsbürgerschaft Integration schneller gelinge.

Bilkay Öney

Die ehemalige baden-württembergische Integrationsministerin kritisiert, dass nach dem Türkeireferendum reflexartig die Integration und der Doppelpass in Frage gestellt werden. „Die Zahl der gut integrierten Türken ist hoch. Es gibt viele türkischstämmige Politiker, Lehrer, Ärzte und Unternehmer. Der Pass ist nicht das Problem, sondern die Gesinnung.“ Für die hohe Identifikation mit der Türkei macht die SPD-Politikerin unter anderem auch die Deutschen verantwortlich. „Der Alltagsrassismus ist das Problem. Den Türken wird nicht das Gefühl gegeben dazuzugehören.“

Tayfun Bademsoy

„Die Deutschen begreifen nicht, warum die ehemaligen Gastarbeiter jetzt Erdogan wählen“, sagt der Schauspieler („Tatort“, „Traumschiff“). Dabei sei es nur eine Gegenreaktion auf die jahrzehntelange Diskriminierung der Türken in Deutschland, glaubt der studierte Psychologe. „Beleidigungen wie Kanake, Kümmeltürke und Kameltreiber waren normal und haben auch die Saat gelegt für die heutige Ablehnung von Deutschland“, erklärt Tayfun Bademsoy, der 1969 mit seinen Eltern aus der Türkei eingewandert war. Aber auch viele Türken trügen Schuld an der missglückten Integration, weil sie sich der deutschen Gesellschaft verweigert hätten.


Susanne Schröter

„Der türkische Präsident Erdogan versucht zu verhindern, dass sich die Deutsch-Türken allzu sehr integrieren“, sagt die Direktorin des „Forschungszentrums Globaler Islam“ an der Frankfurter Goethe-Universität. Er betone immer wieder, dass sie in Deutschland nie normale Bürger werden könnten und seines Schutzes bedürften, berichtet Susanne Schröter. Denn Erdogan brauche die Deutsch-Türken, so die Islamwissenschaftlerin: „Sie sind Manövriermasse für seine Ideen eines neuen osmanischen Reiches.“

Ozan Ceyhun

Sind die türkischen Wähler aus Deutschland, die für Erdogans Reform gestimmt haben, schlecht integriert? Der frühere Europaabgeordnete (Grüne und SPD) nimmt seine hier lebenden Landsleute vor Kritik in Schutz: „Wenn die Türken wirklich integriert werden sollen, dann sollte man sie längst als Einheimische sehen. Warum haben sie zum Beispiel bis heute kein kommunales Wahlrecht, selbst wenn sie seit vielen Jahren hier sesshaft sind?“ Ozan Ceyhun begleitete im März den türkischen Außenminister auf seiner Wahlkampfreise nach Hamburg.

„Maischberger“ heute Abend um 23:30 Uhr in der ARD

 
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