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MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Polizisten – Prügelknaben der Nation?“ und diese Gäste sind im Studio heute in der ARD.

Als TV-Ermittler begeistern sie Millionen Zuschauer, in der Realität dagegen ernten sie meistens Mitleid: Polizisten. Sie sind miserabel bezahlt, müssen ohne Ende Überstunden machen, stehen oft am Pranger und werden respektlos behandelt. Und das, obwohl sie für unsere Sicherheit verantwortlich sind.

Überfordern wir die Polizeibeamten? Hat sie die Politik jahrelang im Stich gelassen?

Die Gäste

Regine Lenders
„Beschimpfungen wie ‚Auf die Fresse, Politesse’ gehören leider zu unserem Joballtag“, sagt die Hamburger Polizeibeamtin. Einen Autodieb habe sie so oft auf frischer Tat verhaftet, dass sie seine Personalien auswendig kannte. Und Serientäter hätten ihr ins Gesicht gesagt: „Ihr seid zu lasch“. Regina Lenders fühlt sich wie viele ihrer Berufskollegen im Stich gelassen. Nach 37 Berufsjahren, die meisten davon als Streifenpolizistin, ist sie trotzdem überzeugt, dass die bestehenden Gesetze ausreichten, wenn Richter den Strafrahmen voll ausnützen würden.

Nick Hein
Elf Jahre lang war er als Bundespolizist auch am Kölner Hauptbahnhof im Einsatz und weiß, wie frustrierend und demotivierend die Arbeit für die Sicherheitsbeamten mit Kleinkriminellen an einem solchen Verbrechensschwerpunkt ist. Der 32-Jährige beklagt den mangelnden Rückhalt der Gesellschaft für Polizisten. „Viele absolut korrekte Amtshandlungen werden von den Mitbürgern schräg bewertet. Viele Kollegen trauen sich nicht mehr, ihre Arbeit frei auszuführen, da man ihnen sofort mit einem Disziplinarverfahren droht“, sagt Nick Hein.

Christopher Lauer
Der ehemalige Berliner Abgeordnete kritisiert die in seinen Augen populistischen Forderungen der Polizeiführung nach mehr Personal und mehr Geld. Tiefgreifende Reformen innerhalb des Polizeiapparates seien bitter nötig, glaubt der frühere Piraten-Politiker. „Die Politik und die Öffentlichkeit muss die Polizei immer wieder daran erinnern, dass in einer Demokratie nicht jede Polizeimaßnahme möglich ist“, sagt Christopher Lauer, der im letzten Jahr der SPD beitrat. „Daher muss insbesondere Kritik an Polizeieinsätzen immer möglich sein.“

Heike Osterberg
Die Berliner Blumenhändlerin wird regelmäßig Opfer von Diebstahl und Einbruch. Als ein Dieb besonders dreist vorging, veröffentlichte Heike Osterberg das Video einer Überwachungskamera im Internet. Innerhalb weniger Tage schauten sich Hunderttausende Menschen den Clip an. Obwohl der Täter wiedererkannt wurde, verliefen die Ermittlungen im Sande. „Wir waren der Polizei wohl nicht wichtig genug“, klagt Heike Osterberg.

Rainer Wendt
Der Hauptkommissar beklagt Respektlosigkeit und zunehmende Gewalt gegenüber Polizisten: „Die Attacken gehen bis hin zum gefährlichen Einsatz von Steinen, Flaschen und Metallstangen. Die Hemmschwelle nimmt immer stärker ab.“ Der Gewerkschaftschef kritisiert auch fehlende Anerkennung von Seiten der Politik und eine zu lasche Justiz. „Wir erleben es immer wieder, dass Täter sofort wieder laufen gelassen werden. Sie gehen, triumphierend und höhnend aus dem Gerichtssaal an uns vorbei. Das zermürbt auch die Polizei.“

Thomas Fischer
„Unser System ist ganz gewiss ausreichend hart“, verteidigt der Karlsruher Bundesrichter die deutsche Justiz gegen den Vorwurf mangelnder Härte. So sei das Strafniveau, also die durchschnittliche Strafhöhe, in den vergangenen 20 Jahren um mindestens ein Drittel gestiegen, konstatiert Thomas Fischer, der auch wegen seiner „Zeit“-Kolumne als streitbarster Strafrechtler Deutschlands gilt. Er kenne zudem keinen Richter, der Ungerechtigkeit bewusst in Kauf nähme, damit „sein Arbeitstag kürzer und sein Leben leichter werde“.

„Maischberger“ heute Abend um 22:45 Uhr in der ARD

 
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