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MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Wutbürger gegen Gutmenschen: Verliert die Demokratie?“ und diese Gäste sind im Studio heute in der ARD.

Demonstranten pöbeln gegen die Kanzlerin. Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer werden in den sozialen Medien als „naive Gutmenschen“ beschimpft. Spitzenpolitiker von SPD und Grünen warnen vor den „Hetzern und Rassisten“ der AfD und weigern sich sogar, vor Wahlen mit deren Vertretern zu diskutieren.

Der AfD-Parteichef will weg von einem angeblich „versifften links-rot-grünen 68er-Deutschland“. Brexit-Befürworter und Donald Trump verbreiten Lügen statt Fakten – und haben Erfolg damit. Für viele Menschen hat die politische Kultur im Jahre 2016 einen Tiefpunkt erreicht.

Reagieren sie zu überempfindlich? Bedroht diese Verrohung den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Steht gar die Demokratie auf dem Spiel?

Die Gäste heute Abend

Wolf von Lojewski
Der langjährige Leiter der ARD-Studios in Washington und London sieht die Demokratie am Ende dieses Jahres in einer tiefen Krise. „Die Politiker versuchen, die Schwächen ihrer Pläne gesund zu beten. Jeder, der ihnen das nicht glaubt, wird als unmoralisch hingestellt. So spaltet die Politik das Volk.“ Der frühere Moderator des „heute journal“ (ZDF) fordert die Politiker auf, ehrlicher mit den anstehenden Problemen umzugehen: „Das Volk muss nicht der Regierung gefallen, sondern die Politik muss das Volk überzeugen. Da liegt die Bringschuld.“

Wolfgang Bosbach
Deutschlands beliebtester Parlamentarier sorgte vor kurzem für Aufsehen mit seiner Erklärung, 2017 nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren. „Ich möchte nicht mehr ständig gegen die Kanzlerin und die Mehrheit meiner Fraktion argumentieren“, so der Kritiker von Angela Merkels Flüchtlingspolitik. Auch seine Krebserkrankung sei ein Grund für den Rückzug. Nach 23 Jahren als Abgeordneter bemerke er, dass der Ton in zahllosen Schreiben von Wutbürgern immer rauer werde: „Viele Zuschriften, die heute stolz mit Absenderabgabe ankommen, kamen früher bestenfalls anonym“, sagt Wolfgang Bosbach.

Richard David Precht
„Das Deutschland der Rechten ist eine Bierphantasie, ein Land, das sich nicht vorstellen lässt und das es nicht gibt“, sagt der Bestsellerautor. Er ist überzeugt, dass populistische Parteien keine Konzepte für die Zukunft hätten. Das beweise im vergangenen Jahr der Brexit, erklärt Richard David Precht. „Populisten haben nur solange Zulauf, solange sie als Protest funktionieren. Spätestens in dem Moment, in dem sie in eine Regierungsverantwortung kommen, funktioniert das Ganze nicht mehr.“

Bettina Gaus
„Flüchtlinge, EU, Finanzelite – irgendein Thema lässt sich stets finden, das den Nerv von verbitterten Leuten trifft, die fundamental unzufrieden sind.“ So beschreibt die „taz“-Journalistin das Erfolgsrezept von Parteien wie der AfD. Jeder Versuch sei zum Scheitern verurteilt, „Populisten dadurch das Wasser abzugraben, dass man ihre politischen Forderungen für bedenkenswert erklärt“, sagt Bettina Gaus, die einen Rechtsruck bei den etablierten Parteien beobachtet.

Claus Strunz
„Die Zeiten einer Schönwetterdemokratie sind endgültig vorbei“, glaubt der Journalist. Vor allem Donald Trump habe „mit seiner ebenso tabulosen wie genialen Strategie dem Politestablishment weltweit den Spiegel vorgehalten“. Die politische Klasse in der westlichen Welt könne nicht weiter die Sorgen und Ängste der Bürger arrogant ignorieren, sagt der Fernsehkommentator („Sat. 1-Frühstücksfernsehen“). Claus Strunz fordert, dass „die Politiker aller Parteien endlich wieder damit beginnen, das zu tun, wofür sie da sind: Das Leben der Leute besser zu machen, und nicht nur ihr eigenes.“

„Maischberger“ heute Abend um 23:00 Uhr in der ARD

 
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