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MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Tatort Internet: Ein Spielplatz für Sexualverbrecher?“ und diese Gäste sind im Studio.

Viele Internetnutzer unterschätzen die Bedrohung: Verbrecher tarnen sich mit falschen Identitäten und erschleichen sich das Vertrauen ihrer Opfer. Das Tatmotiv: Geld oder Sex. So werden Kinder, die in vermeintlich harmlosen Chatrooms Kontakte suchen, Opfer sexuellen Missbrauchs.

Kriminalisten nennen es Cyber-Grooming. Oder es trifft Singles, die in sozialen Netzwerken oder Dating-Portalen nach Partnern suchen. Sie werden von Betrügern ausgenommen, die ihnen Liebe oder Sex versprechen, aber am Ende nur auf Geld aus sind.

Die Gäste

Monika Beisler
Der Fall macht seit drei Jahren Schlagzeilen: Maria, die Tochter von Monika Beisler, wurde das Opfer von Cyber-Grooming. Ein 53-jähriger Familienvater gab sich in einem Online-Chat als Teenager aus und erschlich sich das Vertrauen der damals 13-Jährigen. Sie traf sich mit dem Elektriker und verschwand im Mai 2013. „Ich habe richtig Angst gekriegt und die Polizei gerufen“, erinnert sich die Freiburgerin. Eine große Fahndung wurde gestartet – doch ohne Erfolg. Bis heute bleibt Maria vermisst. Ihre Mutter hat die Hoffnung nie aufgegeben und wartet jeden Tag auf ein Lebenszeichen: „Es ist ein ständiges Weitermachen. Mein einziges Ziel ist, dass meine Tochter nach Hause kommt.“

Arne Völker
Der Single tappte im Internet in eine Sex-Falle. Es begann als Flirt auf Facebook mit einer attraktiven jungen Frau. „Sie hat mich um den Finger gewickelt, und ich vergaß alle Bedenken“, erzählt der Werbetexter. Schließlich überredet ihn die angeblich 23-Jährige, sich zu entblößen. Kurz darauf der Schock: Arne Völker wird mit den Nacktbildern erpresst. Die Verbrecher drohen ihn als Kinderschänder zu brandmarken, wenn er nicht 75.000 Schweizer Franken zahlt. Doch der 48-Jährige tritt die Flucht nach vorne an und macht die Erpressung öffentlich.

Thomas-Gabriel Rüdiger
„Das Netz ist ein Geschenk Gottes an die Straftäter“, sagt der Experte für Verbrechen im Internet. Besonders das Cyber-Grooming mit Kindern habe sich in jüngster Zeit extrem ausgebreitet. „Praktisch jedes Kind hatte im Internet bereits mit einem Täter Kontakt, oft auch ohne es zu wissen“, glaubt der Kriminologe, der seit Jahren vor den Gefahren für Kinder im Internet warnt. Die Straftäter fühlen sich in der Anonymität sicher. Tatsächlich werden die meisten Delikte nicht zur Anzeige gebracht, berichtet Thomas-Gabriel Rüdiger.

Beate Krafft-Schöning
„Kinder präsentieren sich im Netz völlig ungeschützt, oft haben weder sie noch ihre Eltern ein Bewusstsein für die enorme Gefahr“, sagt die Journalistin, die das Thema seit vielen Jahren auf ungewöhnliche Weise recherchiert. Auf Chatseiten gibt sie sich als Kind aus. Sie hat so zahlreiche mutmaßliche Täter zu einem Treffen gelockt und gestellt. „Leider hat sich in all den Jahren in der Bekämpfung dieser Verbrechen nicht viel verbessert“, kritisiert Beate Krafft-Schöning. Dabei machten sich die Pädophilen neuerdings an immer jüngere Kinder heran.

Yvonne Willicks
„Ich würde einem Zwölfjährigen kein Smartphone erlauben“, sagt die Fernsehmoderatorin und dreifache Mutter und kritisiert, dass vielen Eltern die ständige Kontrolle ihrer Kinder schlicht zu anstrengend sei. Yvonne Willicks fordert strenge Regeln zur Internetnutzung: „Mit meinen eigenen Kindern habe ich sogar schriftliche Verträge aufgesetzt, sie durften nie ohne Aufsicht an den Computer, das W-LAN und Datenvolumen wurde streng begrenzt.“ Sie mahnt dringend einen vorsichtigeren Umgang mit den eigenen Daten im Internet an: „Wir alle wissen, wie schnell Daten geklaut werden.“

„Maischberger“ heute Abend um 21:45 Uhr in der ARD

 
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