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Schimanski – Götz George im Alter von 77 Jahren gestorben!

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access_time 27. Juni 2016 chat_bubble_outline 0 Kommentare
Bekannt wurde Götz George als Darsteller des Duisburger "Tatort"-Ermittlers Schimanski. Diese Rolle verkörperte er in 29 Folgen.

© WDR/Michael Böhme

Eine traurige Meldung am Sonntagabend: Götz George ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er soll bereits beerdigt worden sein. Wir haben die letzten Informationen.

Bekannt wurde Götz George als Darsteller des Duisburger „Tatort“-Ermittlers Schimanski. Diese Rolle verkörperte er in 29 Folgen, darunter waren zwei Kinofilme („Zahn um Zahn“ und „Zabou“). Außerdem in der eigenständigen Krimireihe „Schimanski“, mit nochmals 17 Folgen. Die Reihe endete mit der Folge „Loverboy“ im Jahre 2013.

Nun starb er am 19. Juni im Alter von 77 Jahren in Hamburg. Nach BILD-Informationen litt George an Krebs. Ehefrau Marika und Tochter Tanja waren bei ihm. Bereits am letzte Mittwoch wurde George im Kreise seiner engsten Familienangehörigen in Hamburg beerdigt.

In den letzten Jahren hatte Götz George immer Probleme mit dem Herzen. Musste sich sogar im Jahre 2007 einer komplizierten Herz-OP unterziehen.

Georges Schauspielkarriere

Sein Bühnendebüt hatte Götz George 1950 in William Saroyans „Mein Herz ist im Hochland“ am Berliner Hebbel-Theater. 1953 bekam er neben Romy Schneider seine erste kleine Filmrolle in „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“.

Im selben Jahr spielte er erstmals, wie später noch oft, an der Seite seiner Mutter Berta Drews in Shakespeares Richard III.. Von 1955 bis 1958 studierte er am Berliner UFA-Nachwuchsstudio bei Else Bongers. In dem DEFA-Film „Alter Kahn und junge Liebe“ stand er 1956 das erste Mal in einer Hauptrolle vor der Kamera.

Die entscheidende schauspielerische Ausbildung erhielt er jedoch in der Zeit von 1958 bis 1963. Auf den Rat seiner Mutter hin spielte er am Deutschen Theater in Göttingen unter der Leitung von Heinz Hilpert. Nach dessen Tod schloss er sich nie wieder einem festen Ensemble an, er stand aber regelmäßig bei Tourneen oder Gastspielen auf der Bühne.

Hansgünther Heyme verpflichtete ihn 1972 an das Kölner Schauspielhaus, wo er den Martin Luther in Dieter Fortes „Martin Luther und Thomas Münzer“ verkörperte. 1978 spielte er in „Die tätowierte Rose“ von Tennessee Williams an der Seite von Sonja Ziemann.

1981 verkörperte er die Titelrolle in Büchners „Dantons Tod“ bei den Salzburger Festspielen. 1986/87 inszenierte George, zusammen mit Eberhard Feik und Helmut Stauss, Gogols Revisor. Mit Tschechows Platonov ging George 1990 letztmals auf Theater-Tournee.

Nach kleineren Kinorollen im Verlauf der fünfziger Jahre gelang George 1959 mit dem Film „Jacqueline“ der Durchbruch bei Kritik und Publikum. Für seine Rolle wurde er mit dem Deutschen Filmpreis (Bester Nachwuchsschauspieler) und dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet. 1961 wurde ihm der Bambi als beliebtestem Schauspieler verliehen.

In den 1960er Jahren spielte George in Filmen wie „Kirmes“ und „Herrenpartie“. Einem breiten Publikum wurde er bekannt durch Filme der Karl-May-Reihe, die er 1962 mit „Der Schatz im Silbersee“ begann. Er erhielt die Rolle des Farmersohns Fred Engel. George absolvierte seine Stunts alle selbst, auch in seiner Hauptrolle als Sheriff in „Sie nannten ihn Gringo“.

In den 1970er Jahren spielte er vornehmlich Theater und wirkte in Fernsehproduktionen mit, darunter in vielen Folgen von „Der Kommissar“, „Tatort“, „Derrick“ und „Der Alte“2.

Erst 1977 besetzte man ihn für „Aus einem deutschen Leben“ wieder in einer Kinohauptrolle – als Franz Lang, eine Figur, die aus der Biografie des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß entwickelt wurde.

1988 stand er erneut bei der DEFA in „Der Bruch“ gemeinsam mit Rolf Hoppe und Otto Sander vor der Kamera.

Seinen größten Zuschauererfolg hatte George in den 1980er Jahren im Fernsehen: Mit den „Schimanski“-Tatortfolgen des WDR, die von 1981 bis 1991 zu sehen waren. In dieser Rolle trat er 1990 auch in dem Fernseh-Kriminalfilm „Unter Brüdern“ auf, dem einzigen Crossover der bundesdeutschen Krimireihe „Tatort“ und der DDR-Krimireihe „Polizeiruf 110“.

In den 1990er Jahren spielte er in Der Sandmann den vermeintlichen Serienmörder und Literaten Henry Kupfer. In „Die Bubi-Scholz-Story“ legte George das Trauma eines gealterten, gebrochenen Boxers bloß.

In „Der Totmacher“ war er der Serienmörder Fritz Haarmann, was ihm unter anderem den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Venedig und den bisher letzten von vier Deutschen Filmpreisen einbrachte.

In „Nichts als die Wahrheit“ übernahm er – mit Hilfe einer Latexmaske optisch gealtert – die Rolle des NS-Arztes und Massenmörders Josef Mengele. Komödiantisch angelegt waren seine Rollen in mehreren Filmen von Helmut Dietl: als Hamburger Reporter Hermann Willié in „Schtonk!“, als Regisseur Uhu Zigeuner in „Rossini“ – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief und als todkranker Bundeskanzler in „Zettl“.

Sein Privatleben

George war von 1966 bis 1976 mit der Schauspielerin Loni von Friedl verheiratet. Der Ehe entstammt seine 1967 geborene Tochter Tanja George.

Seit 1997 lebte er mit der Hamburger Journalistin Marika Ullrich zusammen; das Paar heiratete 2014.

Seit 1986 war er Mitglied des TSV 1860 München.

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