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Bud Spencer ist tot.

© Michél Buchmann

Schauspieler Bud Spencer ist mit 86 Jahren gestorben. Besonders bekannt wurde er gemeinsam mit Terence Hill in vielen Prügel-Western-Komödien.

Auf der Facebook-Seite von Bud Spencer, der eigentlich Carlo Pedersoli hieß, teilte die Familie nun den Tod mit:


Übersetzt heißt dies: „Mit unserem tiefsten Bedauern müssen wir euch sagen, dass Bud auf seine nächste Reise gegangen ist.“

Bud Spencer habe nicht gelitten und sein letztes Wort soll „Danke“ gewesen sein, teilt die Familie italienischen Medien mit.

Im Jahre 1967 bekam Pedersoli ein Filmangebot von dem Regisseur und Bekannten seiner Frau Giuseppe Colizzi für den Italowestern Gott vergibt… Django nie! (OT: Dio perdona… io no! – wörtliche Übersetzung: „Gott vergibt… ich nicht!“).

Dieser Film war der Beginn des Komikerduos Bud Spencer und Terence Hill, der als Ersatz für den ursprünglich geplanten Peter Martell einsprang, der sich am Abend vor dem Drehbeginn den Fuß gebrochen hatte.

Bei „Gott vergibt … Django nie!“ handelt es sich allerdings noch um einen „ernsthaften“ Western. Er wurde, nachdem die ersten Westernkomödien der beiden später erfolgreich waren, „recycelt“, indem man ihn neu mit lockeren Sprüchen „aufgepeppt“ synchronisierte und in Zwei vom Affen gebissen umbenannte.

Da diese Version teilweise immer noch zu brutal war, wurde der Film um rund 13 Minuten gekürzt und bekam eine FSK-16-Freigabe. Auf diese Weise wurde der Film noch einmal ins Kino gebracht. Der Folgewestern Hügel der blutigen Stiefel wurde nach diesem Prinzip ebenfalls für die Publikumserwartung „aufgepeppt“ und als Zwei hau’n auf den Putz nochmals in den Verleih gegeben.

Beide Schauspieler nahmen englische Künstlernamen an, da Pedersoli seinen bekannten Namen nicht ins Lächerliche ziehen wollte und sich zur damaligen Zeit diese Künstlernamen besser vermarkten ließen.

Sein Kollege Mario Girotti, den er bereits seit vielen Jahren vor den ersten gemeinsamen Dreharbeiten aus demselben Schwimmverein in Rom kannte, wählte „Terence Hill“ von einer Liste, Pedersoli erzählt über seinen Künstlernamen: „Ich hatte keine Liste! Ich hatte eine Flasche Budweiser-Bier – mein Lieblingsbier – vor mir. Und Spencer Tracy war immer mein Lieblingsschauspieler, also war meine Wahl ganz einfach!“

Die 1970er Jahre entwickelten sich zum Siegeszug für das erfolgreiche europäische Filmteam. Der Durchbruch kam mit Die rechte und die linke Hand des Teufels (OT: Lo chiamavano Trinità, 1970) und besonders mit der Fortsetzung Vier Fäuste für ein Halleluja (… continuavano a chiamarlo Trinità, 1971, in der DDR mit dem Titel Der Kleine und der müde Joe).

Das neue Genre der „Hau-drauf-Komödie“ war geboren. Die Komödien mit lockeren Sprüchen, die in der deutschen Synchronisation zu einem großen Teil dem Dialogbuchautor Rainer Brandt zu verdanken sind, und den lustig inszenierten Schlägereien machten das Duo weltbekannt.

Berüchtigt sind hierbei die beidhändige Doppelbackpfeife und der senkrechte Schlag mit der Faust auf den Kopf, mit denen Bud Spencer seine Gegner niederstreckte.

Bud Spencer drehte in den 1970er Jahren insgesamt neun Filme zusammen mit Terence Hill. Ohne Terence Hill war er in dreizehn Filmen zu sehen, unter anderem in der „Plattfuß“-Reihe, die nach seiner eigenen Idee gedreht wurde.

Für einige seiner Filme wie Sie nannten ihn Mücke (Lo chiamavano Bulldozer, 1978) und Das Krokodil und sein Nilpferd (Io sto con gli ippopotami, 1979) schrieb Bud Spencer einige Musiktitel. 1979 erhielt Bud Spencer den Cinema-Jupiter-Preis als Deutschlands beliebtester Star.

Die Beliebtheit des Duos führte Mitte der 1970er Jahre zu einigen Filmen, die versuchten, das Erfolgsmuster in anderer Besetzung zu wiederholen. Diese Filme wurden mit ähnlich aussehenden Schauspielern besetzt, wie etwa Paul L. Smith als Bud-Spencer-Äquivalent in italienischen Produktionen. Auch die deutsche Titelgebung folgt dem Vorbild, beispielsweise 1975 in Zwei irre Typen mit ihrem tollen Brummi.

Inspiriert durch einige seiner Filme entdeckte Pedersoli seine Leidenschaft für die Fliegerei und machte 1975 seinen Helikopter-Pilotenschein und 1977 seinen Flugzeug-Pilotenschein (Brevetto e licenza di pilota civile 2° grado (Turismo internazionale)). Später erwarb er auch Fluglizenzen für die Schweiz und die USA. 1981 gründete er die Fluggesellschaft Mistral Air, die er später verkaufte.

In den 1980er Jahren drehte Bud Spencer weitere Filme, unter anderem Banana Joe (1982), für den er auch das Drehbuch schrieb. Auch mit Terence Hill stand er wieder vor der Kamera, wie in Zwei Asse trumpfen auf (Chi trova un amico, trova un tesoro, 1981), Zwei bärenstarke Typen (Nati con la camicia, 1983), Vier Fäuste gegen Rio (Double Trouble, 1984) und Die Miami Cops (Miami Supercops, 1985). 1988 war Bud Spencer zum ersten Mal in einer Fernsehserie zu sehen: Jack Clementi – Anruf genügt… (Il Professore, 1988–1989), auch hierfür arbeitete er am Drehbuch mit.

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