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MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Sprengstoff Brexit: Fliegt Europa auseinander?“ und diese Gäste sind im Studio.

Goodbye, Britain – Gute Nacht, Europa? Die Volksabstimmung in Großbritannien am kommenden Donnerstag über einen EU-Austritt könnte Europa nachhaltig erschüttern: Entscheiden sich die Briten für den Brexit, wären politische und wirtschaftliche Folgen unabsehbar.

Kommt es zu einem dramatischen Börsencrash, gar zu einer Wirtschaftskrise? Droht ein Nachahmungseffekt und andere EU-Länder verabschieden sich? Bricht am Ende die Union auseinander? Oder schaden sich die Briten am Ende nur selbst, weil sie sich isolieren?

Die Gäste

Francis Fulton-Smith
„Der Austritt Großbritanniens aus der EU wäre ein Erdbeben mit gravierenden Folgen“, befürchtet der Schauspieler mit britischem Pass. Als Sohn einer Deutschen und eines Engländers in München aufgewachsen, bezeichnet sich Francis Fulton-Smith selbst als „bayrischen Engländer“. Der Hauptdarsteller der beliebten ARD-Serie „Familie Dr. Kleist“ hofft zwar inständig, dass die Engländer in der EU bleiben, „aber ich habe das Gefühl, diesmal könnte es wirklich schiefgehen.“ Eine Ursache für die britische EU-Skepsis sei, dass England nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung verloren habe und an angeschlagenem Selbstbewusstsein leide.

Wolf von Lojewski
Mit einem Brexit werde die Faszination für Europa rapide abnehmen, sorgt sich der langjährige Leiter des ARD-Studios in London. Wolf von Lojewski, der mehrfach die europaskeptische Premierministerin Margret Thatcher interviewte, zeigt Verständnis dafür, dass die Briten in Europäischen Fragen schon immer einen Sonderweg gegangen seien. Es sei eine Schwäche der EU, „dass es immer zu viele offene Probleme bei Vertragsabschlüssen wie etwa im Maastricht-Kontrakt gab“. Europa sei kein Verein, in dem alle gleich seien, schon gar nicht die Briten.

Anja Kohl
„Kapital wird in Massen abwandern, auf Devisenmärkten wird es größte Verwerfungen geben und das britische Pfund durch einen Brexit an Wert verlieren“, prognostiziert die Finanzexpertin. „Dennoch teile ich nicht die Weltuntergangsstimmung“, sagt Anja Kohl. Es werde sich alles einpendeln: „Wirtschaftlich können das sowohl die Europäische Union als auch Großbritannien verkraften.“ Ein Austritt der Briten könnte daher auch eine Chance sein: „Die Europäische Union wird dann gezwungen sein, sich den großen Fragen um Reform- und Handlungsfähigkeit zu stellen.“

Jean Asselborn
„Das Referendum über den Brexit ist ein historischer Fehler von Cameron“, wirft der dienstälteste Außenminister der Europäischen Union dem britischen Premierminister vor. „Bei einem Brexit wäre die EU amputiert. Ohne Großbritannien spielt die EU nicht mehr in der Champions League“, sagt der Sozialist. Asselborn befürchtet einen Verlust an wirtschaftspolitischem Gewicht und eine finanzielle Schwächung der EU. Dennoch glaubt der luxemburgische Politiker an eine Zukunft der Union: „Europa wird an einem Brexit nicht sterben und es wird keinen Dominoeffekt geben.“

Roger Köppel
„Die EU entwickelt sich immer mehr zu einer Diktatur“, sagt der Journalist und Abgeordnete der Schweizer Volkspartei. Sie sei „ein zutiefst demokratiefeindliches Gebilde mit einer unsympathischen Geringschätzung des Bürgers“. Brüssel habe zu viel, die Bürgerinnen und Bürger zu wenig zu sagen, kritisiert der „Weltwoche“-Herausgeber. „Die Menschen wünschen sich die Rückkehr zum Konkreten, zum Überschaubaren, zum Eigenen“, davon ist der nationalkonservative Politiker überzeugt.

„Maischberger“ heute Abend um 23:45 Uhr in der ARD

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