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MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Gedopt, gelogen, gewonnen: Wie kaputt ist der Sport?“ und diese Gäste sind im Studio.

Ist es noch die schönste Nebensache der Welt oder schlicht und einfach „Organisierte Kriminalität“? Kurz vor der Fußball-EM und den Olympischen Sommerspielen wird die Sportwelt mit immer neuen Enthüllungen erschüttert: Wurde Doping in Russland flächendeckend organisiert – auch mit staatlicher Billigung oder Unterstützung?

Die ARD-Dokumentation „Geheimsache Doping – Showdown für Russland“ zeigt, dass es nicht nur um Leichtathletik und Olympia geht: Ausgerechnet ein Doping-Fall im Fußball scheint darauf hinzuweisen, dass vielleicht sogar der russische Sportminister selbst Teil der Vertuschungsstrukturen sein könnte.

Die Sport-Großmacht Russland steht an einem Scheideweg: Den russischen Leichtathleten droht der Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio. Welche Folgen für den Sport würde das haben? Wäre das ein wirkungsvoller Schlag gegen das weltweite Doping?

Die Gäste

Hajo Seppelt
Die ARD zeigt am 8. Juni die neue Dokumentation des Filmemachers: „Geheimsache Doping – Showdown für Russland“. Seine Enthüllungen weisen darauf hin, dass in Russland in Sachen Doping noch immer alles unverändert scheint und nicht nur die Leichtathletik sondern auch der Fußball Teil der Dopingstruktur ist. Kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft an diesem Freitag werfen die Recherchen von Hajo Seppelt gar die Frage auf, ob ranghohe russische Beamte, vielleicht sogar der russische Sportminister selbst, Teil der Vertuschungsstrukturen im Doping sind. Bereits vor zwei Jahren enthüllte der Journalist in einer weltweit Aufsehen erregenden Dokumentation ein betrügerisches Dopingsystem russischer Leichtathleten, denen deshalb jetzt der Ausschluss von den Olympischen Sommerspielen in Rio droht. „Die russischen Leichtathleten haben es nicht verdient, an den Spielen teilzunehmen.“ so Hajo Seppelt.

Ivan Rodionov
Der Vorwurf erschütterte vor wenigen Wochen die gesamte Sportwelt: Die russische Regierung, der Geheimdienst, Athleten und Dopingspezialisten hätten in einem gemeinsamen Komplott Dopingproben manipuliert, um bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi viele Siege zu erringen. Der Chefredakteur des russischen Fernsehsenders „RT Deutsch“ hält die Enthüllungen des früheren Chefs der russischen Anti-Doping-Labors für unglaubwürdig. Vertuscht die russische Politik systematisch Doping der Sportler? Sollen russische Leichtathleten für die Olympischen Spiele gesperrt werden? Und was würde ein Ausschluss von Olympia für Russland bedeuten?

Michael Vesper
Die neuen Vorwürfe gegen Russland wegen staatlich gelenkter Dopingpraktiken bezeichnet er als alarmierend: Es wäre ein „Skandal, der zu härtesten Konsequenzen führen müsste.“ Im entschlossenen Kampf gegen Doping begrüßt der Sportfunktionär eine Nachkontrolle der Proben auch Jahre später. Das sei eine Abschreckung und Warnung an alle Athleten, die betrügen, so Michael Vesper, der die Deutsche Olympiamannschaft als Chef der Mission nach Rio begleitet. Er verspricht: „Die Sportler können sich nicht sicher fühlen, auch wenn sie Mittel nutzen, die noch nicht nachweisbar sind.“

Prof. Dr. Perikles Simon
„Wir werden in Rio die gedoptesten Spiele erleben, die es je gegeben hat“, fürchtet der Mainzer Wissenschaftler und fordert eine radikale Reform des Doping-Kontrollsystems. Der Sportmediziner kritisiert die Qualität der Dopingtests als Volksverdummung. Es seien keine biomedizinischen Testverfahren: „Wir können entweder unprofessionell weitermachen wie bisher und irgendwelche kleine Würstchen, die sich keinen Anwalt leisten können, des Dopings überführen. Oder wir bauen endlich ein neues System auf“, sagt Perikles Simon.

Ines Geipel
Die ehemalige DDR-Leichtathletin und Weltrekordlerin war selbst jahrelang Opfer eines staatlich verordneten Zwangsdopings. Ines Geipel verweist als Vorsitzende der „Doping-Opfer-Hilfe“ auf die schweren gesundheitlichen Schäden der Betroffenen und kritisiert, dass sich im heutigen Spitzensport nichts gebessert habe: „Wollen wir wirklich so eine Art Sport, wo wir immer wieder kaputte Seelen und Körper produzieren?“ Die Autorin („No Limit – Wie viel Doping verträgt die Gesellschaft“) spricht nicht von einem Dopingverdacht, der auf dem Sport laste, sondern einer „Generalgewissheit“ – auch im Fußball.

Peter Neururer
Kaum ein anderer Trainer kennt die Bundesliga so gut wie er: Schalke 04, Hannover 96 oder VfL Bochum – 13 Bundesliga-Vereine trainierte Peter Neururer. Vor acht Jahren schockierte er die Öffentlichkeit mit der Aussage, dass Doping früher gang und gäbe gewesen sei. Vor allem Captagon, ein Amphetamin-Derivat, sei unter Fußballern sehr verbreitet gewesen. Mit der Einführung flächendeckender Dopingkontrollen seien diese Mittel aber verschwunden: „Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es Doping seit Jahren in den deutschen Bundesligen nicht mehr gibt“, so der Kult-Trainer.

„Maischberger“ heute Abend um 23:15 Uhr in der ARD

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