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MAISCHBERGER immer Mittwochs um 22:45 Uhr im Ersten.

© WDR/Peter Rigaud

Heute Abend befasst sich Sandra Maischberger mit dem Thema „Süße Droge Zucker: Macht die Lebensmittelindustrie uns süchtig?“ und diese Gäste sind im Studio.

Kein anderes Nahrungsmittel wird so verteufelt: „Zucker ist der neue Tabak“, warnt die frühere Verbraucherschutzministerin Renate Künast. Im Durchschnitt nimmt ein Deutscher 35 Kilo Zucker im Jahr zu sich.

In vielen industriellen Lebensmitteln ist der versteckte Zucker auf den ersten Blick nicht erkennbar. Warum aber steckt so viel Zucker in den Produkten? Weil die Verbraucher es wollen? Oder weil ein Bündnis aus Industrie und Zuckerlobby es will?

Wissenschaftler warnen nicht nur vor den gesundheitlichen Folgen, sondern auch vor dem Suchtpotential. Ist Zucker tatsächlich so gefährlich wie Alkohol oder Nikotin, und muss die Politik genauso scharf dagegen vorgehen?

DIE GÄSTE

Renate Künast
Mit ihrer provokanten Gleichsetzung von Tabak und Zucker hat die Grünen-Politikerin für Aufsehen gesorgt. Renate Künast kritisiert, dass die Industrie bei immer mehr Lebensmitteln Zucker hinzufügt. „Der Zuckerkonsum hat fatale Folgen für die Gesundheit und hat inzwischen etwas von einer Epidemie.“ Die ehemalige Verbraucherschutzministerin attackiert schon lange die Blockadepolitik der Zuckerlobby gegen die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, nicht mehr als zehn Prozent des täglichen Kalorienbedarfs aus Zucker zu bestreiten.

Susanne Holst
„Ohne Zucker können wir nicht denken, unser Körper braucht ihn. Aber wir nehmen definitiv zu viel davon zu uns“, sagt die Medizinerin und ARD-Journalistin. Die Konsequenz sei: „Wer zu viel Zucker zu sich nimmt, der muss wissen, dass Zucker süchtig und krank machen kann.“ Die Mutter von zwei Kindern setzt nicht auf Sanktionen, sondern auf Aufklärung: „Die Menschen müssen besser darüber informiert werden, worin überall Zucker schlummert und welche Alternativen es dazu gibt.“

Katja Burkard
„Ich gehöre definitiv zu den Menschen, die nur ganz schwer auf Zucker verzichten können – wahrscheinlich sogar süchtig danach sind“, gesteht die RTL-Moderatorin. Kürzlich machte sie daher für einen Monat einen Selbstversuch und verzichtete ganz auf Zucker in ihrer Ernährung. Katja Burkard war überrascht, in wie vielen Produkten sie dabei Zucker entdeckte.

Matthias Steiner
„Zucker – der neue Tabak? Nein, es ist letzten Endes noch schlimmer. Denn Tabak ist ja wenigstens für Kinder verboten“, schimpft der früher Gewichtheber. „Es darf nicht sein, dass es der Lebensmittelindustrie durch alle möglichen Tricks möglich ist, uns Zucker zuzuführen und wir es nicht mitbekommen“, sagt der Olympiasieger, der seit seinem 18. Lebensjahr an Diabetes leidet. Seit dem Rückzug aus dem Leistungssport 2013 hat der ehemalige Spitzenathlet 45 Kilo verloren. „Ich mache keine Diät, achte auf Kohlenhydrate und verzichte auf Säfte und Salatdressings, denn dort versteckt sich der Zucker!“

Christoph Minhoff
„Die Behauptung, Zucker könne süchtig machen, ist wissenschaftlich nicht belegt“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Lebensmittelverbände BLL und BVE. Von staatlicher Bevormundung beim Zuckerkonsum oder einer Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel hält der ehemalige Fernsehmoderator genauso wenig wie von Werbeverboten. Christoph Minhoff nimmt die Nahrungsmittelindustrie vor Kritik in Schutz, etwa bei der Kennzeichnung des Zuckergehalts in den Produkten: „Die Unternehmen halten sich dabei an Recht und Gesetz.“

Armin Valet
„Zucker hat beim Verbraucher ein negatives Image. Deshalb wollen die Hersteller ihn nicht so leicht erkennbar in der Zutatenliste haben“, weiß der Ernährungsexperte. Es gäbe geradezu ein Versteckspiel mit dem Zucker, so Armin Valet. Die Industrie habe mittlerweile bis zu 70 verschiedene Bezeichnungen für Süßmacher entwickelt. Bioprodukte seien oft nicht besser: „Wenn es um Karies oder um Übergewicht geht, macht das keinen Unterschied“, sagt der Verbraucherschützer.

Uwe Knop
„Es gibt keinen einzigen wissenschaftlich Beweis, dass Zucker krank, dick oder süchtig macht. Das muss jeder zugeben, der sich objektiv und ideologiefrei mit der Studienlage auseinandersetzt“, behauptet der Ernährungsberater. Vielmehr sei Zucker der Haupttreibstoff des Gehirns und wichtig für den Stoffwechsel. „Lebensmittel in ?gesund‘ und ?ungesund‘ einzuteilen, macht keinen Sinn. Dazu bräuchte man objektive Kriterien, und die gibt es nicht“, kritisiert der Publizist, der in seinem aktuellen Buch vor einem „Ernährungswahn“ warnt.

„Maischberger“ heute Abend um 22:45 Uhr in der ARD

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