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Karlheinz Böhm tot – Er starb im Alter von 86 Jahren

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Karlheinz Böhm starb im Alter von 86 Jahren

© dpa

Schauspieler Karlheinz Böhm starb nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren am Donnerstag im Kreise seiner Familie in Grödig bei Salzburg. Dies teilte jetzt eine Sprecherin der Stadt Salzburg mit.

Besonders bekannt wurde Karlheinz Böhm in der Rolle als Kaiser Franz Joseph in den „Sissi“-Verfilmungen mit Romy Schneider. Wir haben sein Leben noch einmal Revue passieren lassen:

Das Leben von Karlheinz Böhm

Karlheinz Böhm, einziges Kind der Sopranistin Thea Linhard und des Dirigenten Karl Böhm, war österreichischer Staatsbürger. Er erhielt außerdem 2003 die äthiopische Ehrenstaatsbürgerschaft, fühlte sich aber als Weltbürger: Sein Vater war geborener Grazer, seine Mutter Münchnerin. Er wohnte in Grödig bei Salzburg.

Seine Jugend verbrachte er in Darmstadt, Hamburg und Dresden. In Hamburg besuchte er die Volksschule und das Kepler-Gymnasium. Ein gefälschtes ärztliches Attest verhalf ihm 1939 zur Ausreise in die Schweiz, wo er ein Internat, das Lyceum Alpinum Zuoz, besuchte.

1946 zog er mit seinen Eltern nach Graz, dort machte er im selben Jahr die Matura. Er wollte ursprünglich Pianist werden. Beim Vorspielen hieß es seiner Biografie zufolge: „für den Sohn vom Böhm ist es ein bisschen dürftig“. Er studierte auf Drängen seines Vaters Anglistik und Germanistik, anschließend in Rom ein Semester Kunstgeschichte. Böhm brach hier sein Studium ab, um Schauspielunterricht bei Helmut Krauss in Wien zu nehmen.

Von 1948 bis 1976 war er als erfolgreicher Schauspieler tätig und spielte in etwa 45 Kinofilmen und auch im Theater. Er spielte neben Romy Schneider in den drei Sissi-Filmen den jungen Kaiser Franz Joseph. Dadurch wurde er als Schauspieler auf ein Genre festgelegt – dem er in der Folge zu entfliehen versuchte.

Seine internationale Karriere als Schauspieler wurde 1960 durch seine Darstellung eines Serienmörders in Michael Powells Augen der Angst unterbrochen, da Kritik und Publikum den Film damals wegen seines beklemmenden Inhalts ablehnten. Erst Anfang der 1980er Jahre wurde der Film neu bewertet; er gilt heute unter Cineasten als einer der besten dieses Genres.

Böhm hatte noch vorher einen Vertrag mit der Hollywood-Firma MGM abgeschlossen, doch auch diese Zusammenarbeit erwies sich für seine Filmkarriere als nicht sehr fruchtbar. Die Rollen, die man ihm dort gab, waren für ihn nicht befriedigend und die fünf Filme überwiegend keine großen Erfolge. Und so kehrte er Mitte der 1960er Jahre enttäuscht nach Europa zurück.

Bemerkenswert war dagegen die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder in den 1970er Jahren. Hier glänzte er in dem Psychothriller Martha, der sich kritisch mit der Institution Ehe auseinandersetzte. Beeinflusst von dem gesellschaftskritischen Impetus des Regisseurs begann Böhm, sich immer stärker für globale Probleme zu interessieren.

Nach seiner ersten Ehe (1954–1957) mit Elisabeth Zonewa, der eine Tochter entstammt, war er mit Gudula Blau verheiratet. Aus dieser Beziehung stammen die Schauspielerin Kristina Böhm und zwei weitere Kinder. Eine Tochter aus seiner dritten Ehe mit Barbara Lass ist die Schauspielerin Katharina Böhm.

Seit 1991 war er mit der aus Äthiopien stammenden Agrarexpertin Almaz Böhm (* 1964) verheiratet, die seit 2008 geschäftsführende Vorsitzende und seit dem 12. November 2011 Vorsitzende der Stiftung Menschen für Menschen ist. Die beiden haben zusammen zwei Kinder. Böhms ältester Enkel Florian Böhm ist Schauspieler und Regisseur.

2008 erhielt das Europagymnasium Salzburg Nonntal anlässlich des 80. Geburtstages von Böhm den Namenszusatz „Karlheinz-Böhm-Gymnasium“. Im Juni 2011 wurde Böhms Wirken zudem mit dem „Karl Platz“ und einer Skulptur im Diplomatenviertel von Addis Abeba in Äthiopien gewürdigt. Bei der Eröffnung war auch Bundespräsident a. D. Horst Köhler anwesend, der Böhm einen „stillen Revolutionär“ nannte.

Er gehörte einer Münchner Freimaurerloge an.