Schaue dir mehr Artikel an
DSDS 2012 – Entscheidung: Kristof Hering nicht in TOP 5

DSDS 2012 – Entscheidung: Kristof Hering nicht in TOP 5

access_time 1. April 2012

Wir haben die fünfte Mottoshow „Solos & Duette“ gesehen und mussten feststellen

Bülent Ceylan kommt ins Kino

Bülent Ceylan kommt ins Kino

access_time 25. September 2012

Derzeit ist Bülent Ceylan in seiner „Bülent Ceylan Show“ bei RTL zu sehen

Popstars 2015: Das sind die 27 Kandidatinnen! Alle Infos!

Popstars 2015: Das sind die 27 Kandidatinnen! Alle Infos!

access_time 28. Juli 2015

Am 17. August startet die neue Staffel von „Popstars“ bei RTL II. Die 27 Kandidatinnen stehen jetzt fest und wir

Marcel Reich-Ranicki ist im Alter von 93 Jahren gestorben

Marcel Reich-Ranicki ist im Alter von 93 Jahren gestorben

access_time 18. September 2013

Marcel Reich-Ranicki im Alter avon 93 Jahren gestorben

© dpa


Wie soeben bekannt wurde, ist Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki im Alter von 93 Jahren an Krebs gestorben. Er starb an den Folgen einer Krebserkrankung.

Die Todesnachricht meldete FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher per Twitter.

Über Marcel Reich-Ranicki
Marcel Reich wurde als drittes Kind des Fabrikbesitzers David Reich und dessen Frau Helene, geb. Auerbach, geboren. Er wuchs in einer assimilierten jüdischen deutsch-polnischen Mittelstandsfamilie auf. Seine älteren Geschwister waren Alexander Herbert (1911–1943) und Gerda (1907–2006).

Die Mutter war Deutsche und kam sich in der polnischen Provinz verloren vor. Ihre große Sehnsucht war eine Rückkehr nach Berlin. Reich-Ranicki beschreibt sie als sehr liebevoll und zugleich „weltfremd“.

Der Vater besaß eine kleine Fabrik für Baumaterialien. Als musischer Mensch war er aber im Kaufmannsberuf unglücklich und „vollkommen ungeeignet“. 1928 musste der Vater den Bankrott anmelden. Marcel Reich durfte als einziger seiner Geschwister die deutsche Schule von Włocławek (Leslau) besuchen.

Vom 25. März 1988 bis zum 14. Dezember 2001 leitete Reich-Ranicki die Sendung Das Literarische Quartett im ZDF, mit der er bei einem größeren Publikum einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte. Die Sendung zeichnete sich durch eine lebhafte und kontroverse Diskussionskultur aus.

In Fachkreisen war er auch vor dieser Sendung längst als „Literaturpapst“ bekannt und gilt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart. Sein Einfluss durch das Literarische Quartett steht im Mittelpunkt des Schlüsselromans Tod eines Kritikers von Martin Walser.

In der Wochenzeitschrift Der Spiegel[21] stellte Reich-Ranicki am 18. Juni 2001 unter dem Titel Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke sein Opus Magnum zu diesem Lebensthema vor. Die Anthologien sind unterteilt in »Romane«, »Essays«, »Dramen«, »Erzählungen« und »Gedichte«, aber auch die Empfehlung, manches nur im Auszug zu lesen.

Reich-Ranicki wurde auch über die Literaturszene hinaus populär. So kennen nach einer Umfrage 98 Prozent der deutschen Bevölkerung seinen Namen.

In der Folge fand auch Reich-Ranickis Leben unter seinem zeitgeschichtlichen Aspekt (Verfolgung und Überleben als Jude, Verhältnis zum polnischen Regime) großes öffentliches Interesse in Film und Fernsehen. Seine Autobiografie wurde verfilmt, und im Deutschen Bundestag hielt er 2012 die Hauptrede zum Holocaustgedenktag als „Zeitzeuge“.

Für sein Lebenswerk und seine Sendung Das Literarische Quartett sollte Reich-Ranicki am 11. Oktober 2008 der Deutsche Fernsehpreis verliehen werden. Unter spontanem Hinweis auf den „Blödsinn, den wir hier heute Abend zu sehen bekommen haben“, lehnte er die Auszeichnung ab.

Moderator Thomas Gottschalk bot Reich-Ranicki daraufhin eine einstündige Diskussionsrunde zur Qualität des deutschen Fernsehens zusammen mit den Intendanten von ARD, ZDF und RTL an, die er annahm. Hieraus ging ein Gespräch zwischen Gottschalk und Reich-Ranicki hervor – ohne Beteiligung weiterer Personen; die zuvor von Gottschalk angesprochenen Intendanten verzichteten auf ihre Teilnahme.

Das ZDF strahlte die in Wiesbaden aufgezeichnete, halbstündige Sendung aus gegebenem Anlass am 17. Oktober 2008 im späten Abendprogramm aus.