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Sportjournalist Harry Valérien gestorben

Sportjournalist Harry Valérien gestorben

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Harry Valerien gestorben

© dpa


Der langjährige Moderator des „Aktuellen Sportstudios“, Harry Valérien, starb am Freitagabend im Alter von 88 Jahren.

Harry Valérien sei „Auf der Rückfahrt zu seinem Wohnort am Starnberger See ist er dann im Auto eingeschlafen und an Herzversagen gestorben“, sagte Schwiegersohn Stefan Glowacz. Er moderierte „Das aktuelle Sportstudio“ 286 Mal.

1946 trug er sich in die neueröffnete Deutsche Journalistenschule ein. 1947 fand Valérien Aufnahme beim Münchner Merkur, wo er zunächst als Volontär und später als Redakteur wirkte. 1949 begann er zudem als Reporter für den Bayerischen Rundfunk zu arbeiten.

1952 kam der erste große Höhepunkt in seiner Karriere, als der gerade erst 28-jährige überraschend zu einem der vier deutschen Rundfunkreporter bei den Olympischen Winterspielen in Norwegen auserkoren wurde und dabei als bislang hochkarätig angesehenes Personal wie Herbert Zimmermann vom NWDR, Ludwig Maibohm vom Hessischen Rundfunk, Gert Krämer und Rainer Günzler vom Süddeutschen Rundfunk sowie Günther Jendrich vom Südwestfunk ausstach.

Mit Ausnahme von 1956 war er fortan bis 1996 bei allen Olympischen Spielen als Kommentator für Hörfunk und Fernsehen dabei.
In späteren Jahren arbeitete er als Fernsehreporter auch bei ZDF, Sat.1 und Premiere.

Sehr rasch profilierte er sich als Spezialist für Skisport, Schwimmen und Golf. Von 1952 bis 1996 berichtete er von fast allen Olympischen Sommer- und Winterspielen. Das Aktuelle Sportstudio im ZDF, zu dessen Mitgründern er zählte, moderierte er in 283 Folgen von 1963 bis 1988. Zu seinem bekanntesten Zitat wurde die regelmäßige Frage „Auf welcher Kamera sind wir?“ bzw. auf bairisch „Wosimma? Wosamma? Dosamma!“, wenn er während der Live-Sendung moderierte. Als er 1983 ZDF-Sportchef werden sollte, lehnte Valérien ab: „Ich bleibe lieber Reporter, das sagt mir mehr zu als jede Verwaltung.“

Valérien lebte mit seiner Frau, der vormaligen norwegischen Skiläuferin Randi, die sich seit Jahren international für nukleare Abrüstung und Montessori-Schulen einsetzt, am Starnberger See. Die beiden gemeinsamen Töchter Tanja und Laila sind 1962 bzw. 1964 geboren. Laila starb 2007.

Valérien engagierte sich als einer der Ersten gegen Doping im Sport und konnte neben Sportgrößen jeglicher Couleur auch Weltstars wie Bud Spencer als ehemaligen Schwimmer oder Elton John als Präsident eines Fußballclubs zu seinen Gästen zählen.

Dass er nicht nur sportlich beschlagen ist, bewies Valérien unter anderem bei seinen Auftritten in der ZDF-Talkshow Live an der Seite von Amelie Fried, als Moderator des ZDF-Verkehrsmagazins Telemotor oder als Interviewer in der Reihe Sonntagsgespräch.

Mit der Berichterstattung über Sportereignisse allein gab sich Valérien nicht zufrieden, sein Selbstversuch von 1973 ging sogar in die Sportgeschichte ein: Er forderte den Olympiadritten über 200 Meter Freistil, Werner Lampe, zu einem Wettschwimmen auf. Valérien, damals mit knapp 50 Jahren weit mehr als doppelt so alt wie der 21-jährige Lampe, startete zum Vergnügen der Zuschauer mit Schwimmflossen – und schlug eine Zehntelsekunde vor dem Spezialisten an.

Valérien wurde von den Fernsehzuschauern für seine Ausgewogenheit zwischen kritischer Distanz und Fairness sowie für seine emotionalen Moderationen und seinen bairischen Wortwitz geschätzt. 2002 wurde ihm der Bayerische Sportpreis in der Kategorie „Herausragende Präsentation des Sports“ verliehen.