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Michael N. Kuehl

Ab 11. Mai (Folge 926) ist der 22-jährige Hannoveraner in der Hauptrolle des Florian Wild, als jüngerer Bruder von Eislauftrainer Roman Wild (Dennis Grabosch), in der erfolgreichen RTL-Daily zu sehen.

Michael N. Kuehl spielte bereits in Quentin Tarantino´s „Inglourious Basterds“.

RTL führte mit ihm ein Interview und das wollen wir Euch nicht vorenthalten.

Wie kam es gleich beim ersten Dreh zur Begegnung mit Tarantino?

Michael N. Kuehl: Ich habe zwei Jahre Theater gespielt, bevor ich vor rund einem Jahr auch mal einen Job beim Film oder Fernsehen machen wollte. Als ich dann gehört habe, dass Tarantino in Deutschland dreht, habe ich mich beworben. Ich war bei ‚Inglourious Basterds‘ zwar nur Komparse, aber ich war vier Tage dort am Set. Und ich habe es mir nicht nehmen lassen, einfach auf ihn zuzugehen und mit ihm zu sprechen, trotz Security. Die hat mich danach dann auch gleich verwarnt, sollte ich noch einmal auf die Idee kommen, mit Quentin zu sprechen, würde ich Set-Verbot bekommen. ‚Mit Quentin Tarantino spricht man nicht‘, war dort die Devise, zumindest was uns Komparsen anging. Auch in anderer Hinsicht waren die Dreharbeiten aufregend: Neben großen Stars wie Brad Pitt und Til Schweiger habe ich auch einige ‚gebrochene Schauspieler‘ gesehen, die dort ’nur‘ Komparsen waren. Auf der einen Seite war Glamour, auf der anderen Seite der totale Absturz.

Wie sind Sie dann zu AWZ gekommen?

Michael N. Kuehl: Ich habe noch ein paar internationale Filme gedreht, einen kanadischen Film in Berlin und einen britischen in Luxemburg, wurde dann von meiner Agentur am Schauspiel Hannover entdeckt und bin dann recht rasch zum Casting bei AWZ eingeladen worden. Zunächst war ich etwas verunsichert, da es um eine langfristige Hauptrolle gehen sollte, aber ich habe es natürlich versucht. Als ich dann nach zwei Castingrunden die Zusage bekommen hatte, war ich total glücklich: Das erste Casting für eine deutsche Produktion, bei dem ich die Zusage bekommen habe!

Apropos international: Sie haben lange in Kolumbien gelebt …

Michael N. Kuehl: Von 1991 bis 1999 haben wir in Bógota gewohnt, wo mein Vater als Pastor in einer deutschen Gemeinde gearbeitet hat. Nach acht Jahren wollten meine Eltern aber wieder zurück nach Deutschland, und so sind wir in Hannover gelandet. Ich wäre gerne noch dageblieben, bis ich 16 geworden wäre. So kann ich fließend Spanisch, das ich dort immer mit meinen zwei Brüdern und meinen Freunden gesprochen habe. Mit meinen Eltern habe ich nur Deutsch gesprochen, und Englisch habe ich aus dem amerikanischen Fernsehen gelernt, das bei uns mit spanischen Untertiteln lief.

Wie war es dann, zurück in Deutschland?

Michael N. Kuehl: Ich komme ja aus Hannover. Dort leben meine Familie und meine Freunde, und an den Wochenenden fahre ich immer hin. Zwischendurch habe ich mal ein Jahr in Göttingen gewohnt, als ich dort mehr oder weniger erfolglos versucht habe, BWL zu studieren. Das habe ich dann abgebrochen und mich lieber wieder auf die Schauspielerei konzentriert.

Wie sind Sie denn zur Schauspielerei gekommen?

Michael N. Kuehl: Relativ spät. Ich habe zwar Schultheater gespielt, aber erst 2007 hat mich ein Casting für Romeo und Julia am Schauspielhaus sehr gereizt. Parallel dazu habe ich noch mein Abi gemacht, daher war es eine harte Zeit. Der Regisseur war aber sehr cool und hatte schon viel mit Jugendlichen gearbeitet. Vier Monate haben wir geprobt, und da habe ich gemerkt, dass mich das mehr als alles andere interessiert, dass in mir ein Tier steckt, das spielen muss. Ein Jahr später wusste ich dann: Das soll es sein und nichts anderes.

Was haben Ihre Eltern dazu gesagt, dass Sie Schauspieler werden wollten?

Michael N. Kuehl: In meiner Familie ist keiner Schauspieler, daher waren sie zunächst ein bisschen überfragt, aber meinem Wunsch gegenüber sehr offen eingestellt. Sie haben mir zum Beispiel nie gesagt, dass ich in die Fußstapfen meines Vater treten soll und freuen sich sehr mit mir, dass es mit AWZ geklappt hat.

Sie haben ungewöhnliche Hobbys…

Michael N. Kuehl: Eine ganze Zeit habe ich Le Parkour gemacht. Das ist eine Sportart zur schnellen und effizienten Fortbewegung ohne Hilfsmittel. Man versucht, sich möglichst elegant und flüssig durch eine schwierige Umgebung zu bewegen. Manche Leute bekommen das unfassbar gut hin, ich hab nur mal einen Rückwärtssalto hingekriegt. Da kommen viele Einflüsse aus Capoeira und diversen Kampfkünsten zusammen. Leider habe ich mir irgendwann den Meniskus angerissen und musste eine Pause einlegen. Im letzten Sommer habe ich dann, sowie es meine Zeit zuließ, ein bisschen die Selbstverteidigungsart Krav Maga trainiert.

Foto: (c) RTL / Willi Weber